Ganz schön clever

Autor: Wolfgang Warsch

Genre: Familienspiel, Solitärspiel und Würfelspiel

Verlag: Schmidt Spiele

ab 8 Jahren

EAN 30 Min.

für 1 - 4 Spieler

Leihgebühr 4 €

Über einen Mangel an kleinen Würfelspielen kann man sich im Moment wahrlich nicht beschweren. ‚Qwixx’, ‚Qwinto’ und ‚Nochmal!’ dürften aktuell die bekanntesten Vertreter sein. Alle mit leichtem Einstieg und doch recht hohem Suchtfaktor. Braucht es also noch mehr Würfelspiele? Schmidt-Spiele hat nun mit ‚Ganz schön clever’ einen neuen Würfel-Vertreter ins Rennen geschickt und, soviel sei vorneweg gesagt, dieser ist gelungen. Und toppt für mich die drei Erstgenannten!

Zu Beginn bekommt jeder Spieler Zettel und Stift. Je nach Spieleranzahl spielen wir eine bestimmte Anzahl von Runden (4 bis 6). Am Anfang jeder Runde gibt es einen Bonus für alle Spieler.
Nun würfelt der Startspieler, ähnlich wie bei Kniffel, bis zu drei Mal. Nach dem ersten Wurf sucht er sich sofort einen Würfel aus und legt ihn auf seinen Zettel. Der Clou: Alle Würfel mit niedrigeren Zahlen als der ausgesuchten, werden beiseite gelegt. Die Spieleschachtel zeigt für die Ablage ein Silbertablett, was im Lauf des Spiels rege genutzt wird. Mit den restlichen Würfeln darf nun ein zweites Mal gewürfelt werden, dann wird wieder ein Würfel ausgesucht. Genauso läuft auch die dritte Würfelei.
Die ausgesuchten Würfel werden sofort auf dem eigenen Blatt angekreuzt. Dafür stehen fünf verschiedene Farbbereiche zur Auswahl. Dazu gleich mehr! Die passiven Spieler dürfen sich aus den aussortierten Würfeln des aktiven Würflers ebenfalls einen Würfel aussuchen und auf dem eigenen Zettel kreuzen. Soweit, so einfach.

Nun zu den Ankreuzmöglichkeiten, derer es bei ‚Ganz schön clever’ doch so einige gibt.

  • Gelb: Ist in einem 4×4-Raster aufgedruckt. Hier werden einfach die Zahlen von eins bis sechs eingetragen. Für vollständig gefüllte Spalten gibt es Siegpunkte, für gefüllte Reihen andere Boni.
  • Blau: Hier dürfen in Kombination mit dem weißen Würfel (!) die Zahlen zwei bis zwölf eingetragen werden. Je mehr ich in blau kreuze, desto besser. Denn am Spielende werden die Menge der Kreuze gezählt und dafür Siegpunkte verteilt. Wie bei gelb gibt es für gefüllten Reihen und Spalten verschiedene Boni.
  • Grün: Je mehr grün ich kreuzen kann, desto mehr Siegpunkte bekomme ich am Ende – also eine Parallele zum blauen Feld. Allerdings muss ich aufsteigende Zahlen von eins bis fünf und dann eins bis sechs als Mindestvorgabe erfüllen, weil hier ein „Größer Gleich“-Zeichen eingesetzt wurde. Auch hier können Boni erspielt werden.
  • Orange: In dieser Reihe wird nichts angekreuzt, sondern es werden direkt nebeneinander Zahlen eingetragen. Egal welche. Einige Felder fungieren dabei als Verdoppler, viele Felder schalten Boni frei.
  • Lila: Diese Reihe muss in aufsteigender Reihenfolge gefüllt werden. Beginne ich mit einer drei, kann also nur eine vier, fünf oder sechs Folgen. Nach einer sechs kann erst wieder eine niedrige Zahl eingesetzt werden. Eine sehr bonilastige Reihe!

Der weiße Würfel ist ein Joker und kann nur in Kombination mit blau genutzt werden.

Wie erwähnt bringen alle Felder unter bestimmten Voraussetzungen Boni. Dies können Siegpunkte sein, aber auch Zusatzaktionen, neue Kreuze oder Füchse. Gerade die zusätzlichen Kreuze sind reizvoll, da sie an bestimmte Farben gebunden sind und uns dort voranbringen. Besonders beliebt sind „Kettenreaktionen“, die sich gerade gegen Spielende ergeben können.
Die Zusatzaktionen, die man freispielen kann, sind „Alle verbliebenen aktiven Würfel noch einmal werfen“ und „Einen beliebigen Würfel ein zweites Mal eintragen“. Auch dies wird vor allem gegen Spielende attraktiv.

Am Ende aller Spielrunden werden die Punkte gezählt und es wird ausgewertet. Hier kommen die eben genannten „Füchse“ ins Spiel. Die Farbe (bzw. Wert), in der ich die wenigsten Punkte erspielt habe, wird mit der Anzahl meiner freigespielten Füchse multipliziert. Auch dies bringt Siegpunkte, und oft gar nicht mal so knapp! Natürlich gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten.

‚Ganz schön clever’ ist ein eingängiges Würfelspiel mit angenehm großem Möglichkeitenspektrum. Anders als bei bei ‚Qwixx’ & Co. gilt es hier wirklich, clevere Entscheidungen zu treffen, um optimal viele Punkte (durch Boni und Füchse) zu erspielen. Die Spieldauer liegt bei einer halben Stunde. Und auch wenn Würfelglück eine Rolle spielt, handelt es sich um ein taktisches Spiel. Zusätzlich gibt es eine Solo-Variante, bei der ihr einen Highscore knacken könnt. Schmidt Spiele hat ‚Ganz schön clever’ einen dicken Spielblock spendiert und es ist nur eine Frage der Zeit, bis es Ersatzblöcke zu kaufen geben wird. Ein insgesamt sehr rundes Spiel, das nun auch von der Spiel-des-Jahres-Jury mit einer Nominierung für das Kennerspiel 2018 geadelt wurde. Eine klare Spieleempfehlung von uns, selbst wenn ihr schon einige Würfelspiele besitzen solltet! [Mercedes]