Frogrides

Autoren: Asger Harding Granerud und Daniel Skjold Pedersen

Genre: Familienspiel

Verlage: Eggertspiele und Pegasus Spiele

ab 8 Jahren

EAN 20 - 30 Min.

für 2 - 4 Spieler

Leihgebühr 3 €

Sei kein Frosch! Oder doch?

In ‚Frogriders’ nehmen die Spieler am jährlichen Froschturnier statt. Bei diesem heißt es, die wertvollsten Froschreiter einzuheimsen und damit die meisten Punkte zu machen. Wir dirigieren sozusagen vom Spielfeldrand aus die Frösche und hüpfen munter auf freie Seerosenblätter.

Der Spielaufbau ist schnell erledigt. Der schön illustrierte Spielplan wird in die Tischmitte gelegt und je nach Mitspieleranzahl werden bis zu 56 Froschreiter in vier verschiedenen Farben auf den Seerosen-Feldern platziert. Hier darf und soll bunt gemischt werden, eine klassische „Startaufstellung“ gibt es nicht.

Am Spielfeldrand liegen offen vier „Privilegkarten“ aus, die die Spieler im Lauf des Spiels erwerben können. Zusätzlich werden noch zwei „allgemeine Aufgabenkarten“ augedeckt. Nun erhält jeder Spieler noch eine „persönliche Aufgabenkarte“ und stellt sein Holzmännchen auf den Start der Punkteskala. Gespielt wird reihum im Uhrzeigersinn.

 Wer am Zug ist, muss zwingend einen Sprung auf dem Spielfeld absolvieren und sich den übersprungenen Froschreiter nehmen. Danach darf optional einer der bereits eingesammelten Reiter (egal ob gerade eben oder schon in vorherigen Runden) im Dorf auf dem Spielfeld platziert werden, um die zur Froschfarbe passende Sonderaktion auszufünren.
Das Überspringen ist schnell erklärt: Man wählt sich einen Frosch aus, überspringt mit diesem exakt einen Frosch der auf einem Nachbarfeld steht (nur orthogonal, nicht diagonal) und muss mit dem springenden Frosch dadurch auf einem leeren Seerosenfeld landen. Der überhopste Frosch ist sozusagen die Prämie und wird für die Punkteauswertung am Spielende benötigt.

Die freiwillige Nutzung der Sonderaktion kann mitunter sehr reizvoll sein. So darf man beispielsweise durch das Zurückstellen eines roten Frosches ins Dorf noch einen zweiten Sprung-Zug machen, durch Abgabe eines blauen Frosches eine der Privilegienkarten nehmen oder einen gelben gegen einen beliebigen anderen Frosch im Dorf eintauschen. Nur die braunen Frösche können nicht ausgewechselt werden, sie bringen lediglich Punkte.

Die Privilegienkarten sind so etwas wie ein „must have“, denn sie bringen nicht nur Siegpunkte, sondern auch Regelmodifikationen, die nur für den Spieler gelten, in dessen Besitz sie sich befinden. Besonders beliebt waren bei uns bisher zwei Karten: Eine erlaubt auch diagonales Springen, die andere generiert sofort einen Punkt, sobald man auf einem Tümpelfeld mit aufgedruckter Seerose landet.

Das Spiel endet, wenn der aktive Spieler keinen Sprung mehr machen kann – quasi handlungsunfähig ist. Nun wird ausgewertet und die Wertung ist tatsächlich trickreich, da die einzelnen Frösche für mehrere „Wertungsrunden“ genutzt werden können.

A) Zum Einen bekommt man Punkte für das Erfüllen der „persönlichen Aufgabenkarten“. Sind dort zum Beispiel zwei blaue Frösche nebst einer Punktezahl auf dem Pokal abgedruckt, bedeutet dies: Du erhältst für jeweils zwei blaue Frösche in deinem Vorrat 5 Punkte. Hat man also sechs blaue Frösche sind dies immense 15 Punkte.

B) Im Blick behalten sollte man während des Spiels auch die „allgemeinen Aufgabenkarten“ auf dem Spielfeld. Diese funktionieren an sich genau wie die „persönlichen“ Karten, dürfen aber von allen Mitspielern für die Wertung genutzt werden. Hier lassen sich schöne Synergieeffekte erzielen, wenn die Frösche der persönlichen Karten Farbgleichheit mit denen der allgemeinen Karten haben.

C) Die braunen Froschreiter zählen jeweils einen Punkt.

D) Und die hellblau unterlegten Privilegkarten (wir erinnern uns: Diese konnte man durch das Abgeben von blauen Fröschen erhalten) bringen ebenfalls die aufgedruckten Punkte.

Natürlich gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten das Spiel.

 

Meinung:

Mit ‚Frogriders’ hat Eggertspiele (nebst Pegasus) so ziemlich alles richtig gemacht, was man für ein wirklich gelungenes Familienspiel braucht. Die Regeln sind kurz und knackig, einzig bei den Privilegienkarten muss dann mal ein Detail nachgeschaut werden. Die grafische Umsetzung ist sehr stimmig, die Symbolik klar und die kleinen froschigen Plastikminiaturen geben das gewisse Etwas.
Der Spielmechanismus funktioniert reibungslos, das Froschthema passt zum „Hüpfen“ auf dem Spielbrett und bei allen Mitspielern hat spätestens beim zweiten Spielzug der intuitive „Aha-Effekt“ eingesetzt. Denn Paten für dieses Familienspiel haben ganz offensichtlich ‚Solitaire‘ und ‚Halma‘ gestanden – und das ist keinesfalls als Kritik zu verstehen, sondern spielfördernd. Hier können bereits Kinder ab 8 Jahren mitspielen, während auch Erwachsene ihren Spaß haben. [Mercedes]