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Vier Farben der Magie

Autor: V. E. Schwab

Genre: Fantasy

Verlag: Fischer TOR

Preis: 9,99 € €

ISBN 978-3-596-29632-3

Der Magier Kell ist einer der letzten sogenannten Antari. Ein Blutmagier, dazu imstande, zwischen den Welten zu wandern. Bereits als Kind wurde er von der königlichen Familie des Roten London adoptiert. Nicht nur, um König und Königin ein zweiter Sohn zu werden oder dem übermütigen Prinzen ein von Herzen vereinnahmter Bruder, sondern eben auch, um der Herrscherfamilie mithilfe seiner außergewöhnlichen Gabe als Werkzeug zu dienen. Eine gefahrvolle und obendrein undankbare Aufgabe. So reist er zwischen den Königshäusern der verschiedenen Welten als Diplomat, um die letzten Verbindungen aufrecht zu erhalten. Doch wo das Rote London ihm lebendige, magisch blühende Heimat ist und das Schwarze London grausame, unerreichbare Mähr, da lauern ihm im Grauen London Diebe und Halunken auf, die ihn auch ohne jegliche Magie in tiefe Bedrängnis bringen können. Und dann gibt es da noch das Weiße London mit seinem grausamen Zwillingsherrscherpaar! Eine Welt, trunken von Magie, danach lechzend und sich verzehrend, bereit, jede Menschlichkeit für einen blutigen Schluck des Rausches zu verkaufen. Kell weiß, dass ihn seine gesunde Angst vor den Zwillingen auf dem dortigen Thron bisher am Leben erhalten hat. Aber deren Willkür kennt keine Regeln und vor allem die Weiße Königin, Astrid Dane, giert bei seinem Anblick nach weit mehr, als nur nach einem magisch erzwungenen Kniefall vor ihr!

Die Hauptfigur des jungen Magiers, der sich seiner Rolle als nutzbringendes Accessoire der Könige nur zu bewusst ist und dazu gezwungen wird, sich trotz all seiner Macht zu fügen, vereinnahmt einen als Leser ganz ungemein. Erst recht, wenn er es während des gesamten Buches fertig bringt, von einer nahezu tödlichen Situation in die nächste zu stolpern. Sein verzweifeltes Aufbegehren gegen die ihn umgebenden Bande aus Familienverpflichtungen, Diplomatischer Ränke und zehrender Magie lassen mitleiden und für ihn hoffen. Umso mehr, als schnell zu Beginn der Geschichte klar wird, dass ihm nichts Besseres passieren konnte, als in einem sehr kritischen Moment auf die Möchtegern-Piratin Lila Bard zu stoßen, wortwörtlich – welche ihn prompt beklaut! Auch wenn er selber das natürlich anders sieht.

‚Vier Farben der Magie’ wartet mit einem ganz klassischen Geschichtenaufbau auf. Dem einsamen Kampf eines begabten Außenseiters um sein ungewisses Schicksal! Und selbstredend kommt dieser auch noch mit einer nebulösen Vergangenheit daher. Und gewisse Zusammenhänge und zukünftige Ereignisse deuten sich dem Vielleser schon im ersten Band auffällig an. Aber da erschöpfen sich die schnellen Vergleiche zu anderen Fantasybüchern. Denn Kells Tendenz zu Beinahe-Tot-Erfahrungen sucht ihresgleichen. Und mit Lila Bard wurde ihm eine absolut überzeugende starke Frauenfigur an die Seite gestellt, wie man sie selten als Begleiterin des Helden zugestanden bekommt. Trotz amouröser Unterschwelligkeiten trifft sie ihre eigenen Entscheidungen und sieht sich dabei nicht einmal nach ihm um.

‚A Darker Shade Of Magic’, wie der englische Originaltitel lautet, hat mich auf ganzer Linie überzeugt. Ich habe es verschlungen, wie lange kein Buch mehr. Und da es lediglich der erste Band einer Trilogie ist, werde ich sogleich weiterlesen! [Britta]

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