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Thabo, Detektiv und Gentleman – Der Nashorn-Fall

Autor: Kirsten Boie

Genre: Kinderbuch und Krimi

Verlag: Oetinger Verlag

Preis: 12,99 € €

ab 10 Jahren

ISBN 978-3-7891-2033-6

Thabo lebt in Afrika, bei seinem Onkel Vusi. Dieser arbeitet in einem Wildtiergehege, in dem er Touristen Safaritouren gibt. Als Thabo wieder einmal bei einer der Touren mitfährt, um mit dem Öffnen der Gatter zu helfen, macht die ganze Gruppe eine schreckliche Entdeckung: eines der Nashörner wurde ermordet! Thabo hat fast ein schlechtes Gewissen, weil er ganz aufgeregt ist. Immerhin ist das die Gelegenheit überhaupt, endlich zu beweisen, dass er nicht nur Detektivfilme anschauen, sondern sogar echte Fälle lösen kann. Irgendwie muss man das Detektivsein ja auch üben! Bloß doof, dass er sich nicht hat träumen lassen, wie schnell er sich als Ermittler mit handfesten Ergebnissen unter Beweis stellen muss.
Denn plötzlich steht für den Polizisten im Ort fest, dass Onkel Vusi der verdächtigste Verdächtige ist, den er finden kann.

Thabo trommelt seine Freunde zusammen und gemeinsam machen sie sich auf die gefährliche Jagd nach dem Wilderer.

Dieses Kinderbuch ist leicht lesbar und in einem unterhaltsamen Ton geschrieben. Thabo ist ein höflicher und fleißiger Junge, der es am liebsten jedem Recht machen würde. Seine Freundschaft mit einer älteren englischen Dame führt zu lustigen Überschneidungen der zwei Kulturen, in denen er aufwächst. Was ihm selber aber gar nicht klar ist. Die Gefahr, in die er sich und seine beiden engsten Freunde mit den Ermittlungen bringt, wird ihm erst viel zu spät bewusst, was in schnell steigender Lesespannung gipfelt.

Kirsten Boie hat mit ‚Thabo’ einen Kinderkrimi geschrieben, der ganz nebenbei auch in den gar nicht so leichten Alltag einer Kindheit in ärmeren Gegenden Afrikas mitnimmt. Thabos Kumpel muss beispielsweise ganz alleine für seine jüngeren Geschwister sorgen, obwohl er selber kaum als erwachsen gelten kann. Eine Situation, die in afrikanischen Gegenden mit einer hohen Aids-Sterberate unter den Erwachsenen alles andere als selten ist. Dennoch… die Geschichte wird aus kindlicher Sicht erzählt und aus ihr betrachtet wäre es überflüssig, über die Armut oder die großen Verantwortlichkeiten zu jammern. Irgendwie geht es immer weiter und nun hat der rätselhafte Fall  rund um das tote Nashorn eben erst einmal Vorrang.

Die Offenheit des Lesers für eine afrikanische Verortung des Settings in einem deutschen Kinderbuch wird mit einer wärmenden Portion Humor und mit Charakteren belohnt, die einem zu Herzen gehen. Im Anhang findet der neugierige Leser eine Aufzählung der sparsam eingesetzten afrikanischen Begriffe mit ihren Übersetzungen, so dass wir uns gut vorstellen können, wie das eine oder andere Kind im Anschluss an die Lektüre von ‚Thabo‘ daheim damit beginnt, neue Wörter an den Frühstückstisch mitzubringen.
Das Buch eignet sich außerdem als Vorlesebuch für die ab 8-Jährigen. [Britta]

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