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Terror

Autor: Dan Simmons

Genre: Belletristik und Historischer Roman

Verlag: Heyne Verlag

Preis: 10.95 € €

ISBN 978-3-453-40613-1

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Im Frühsommer des Jahres 1845 brechen die Schiffe ‚Erebus‘ und ‚Terror‘ unter dem Kommando des verdienten Arktisforschers Sir John Franklin von Großbritannien auf, um die legendäre Nordwestpassage zu finden. Durch eine Fehlentscheidung des Kommandanten werden die beiden Schiffe im Packeis eingeschlossen und nach drei Jahren in der eisigen Leere des hohen Nordens beginnen die Kälte, der Skorbut und verdorbene Nahrung der Mannschaft das Leben schwer zu machen. Doch der wahre Terror beginnt, als die Expedition aus Versehen ein uraltes Grauen weckt, das in der Eiswüste lauert…

Geschickt verwebt Dan Simmons in diesem Meisterwerk der Erzählkunst Fakten und Fiktion. Die gescheiterte Franklin-Expedition und der Verbleib der Mannschaft der beiden Schiffe war lange Zeit ein aktuelles Thema im viktorianischen England und auch zahlreichen Rettungsexpeditionen gelang es erst nach Jahren, erste Spuren der im Eis Verschollenen zu finden. Simmons‘ Geschichte setzt dort an, wo die Spuren in die Spekulation übergehen und macht aus dem Überlebenskampf der Franklin-Expedition einen packenden Abenteuerroman mit geschickt eingesetzten Horror-Elementen. Der Erzählstil ist eher gemächlich und in seiner Schonungslosigkeit, was blutige und unangenehme Details betrifft, der gnadenlosen Welt der eisigen Arktis angepasst, wodurch das schleichende Grauen der Eiswüste und der Polarnacht nur noch deutlicher hervortritt. Die einzelnen Kapitel sind aus der Sicht wechselnder Personen erzählt, was dem Leser tiefe Einblicke in die Gefühlswelt der im Eis eingeschlossenen Seeleute bietet und die Geschichte umso plastischer wirken lässt. Ebenfalls positiv heraus sticht die gründliche Recherche, die der Autor im Vorfeld durchgeführt hat. Die Detailverliebtheit, mit der der Alltag an Bord beschrieben wird, erinnert manchmal an den König des marinehistorischen Romans Patrick O’Brian.

Für mich eindeutig eines der Lesehighlights des Jahres 2011, das ich unbeschränkt allen Freunden historischer Seefahrergeschichten und gepflegten Grusels empfehlen kann, die nicht alle zehn Seiten eine spektakuläre Actionszene brauchen.

[Gastrezension von NP/Bregs]

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