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Snuffi Hartenstein… und sein ziemlich dicker Freund

Autor: Paul Maar

Genre: Kinderbuch und Vorlesebuch

Verlag: Oetinger Verlag

ab 6 Jahren

ISBN 978-3-7891-0817-4

Snuffi Hartenstein ist ein mutiger, lustiger, hilfsbereiter, starker, witziger Hund. Und ein Freund. Und unsichtbar. Aber das hatte weder Snuffi, noch sein Menschenfreund-Kind Niko bisher gestört. Sie hatten richtig viel Spaß miteinander, erst recht, wenn die Erwachsenen ganz verwirrt waren, weil sie Snuffi nicht sehen konnten! Aber plötzlich ist alles anders. Niko hat einen neuen Freund gefunden, Ole, einen anderen Jungen, der ganz echt und auch zu sehen ist. Und dadurch hat er Snuffi irgendwie vergessen und dieser hängt jetzt im Nirgendwo fest. Da gibt es gaaaaaaar nichts! Nur, stimmt das? Eine Stimme hinter ihm widerspricht. Und als Snuffi sich umdreht, ist da plötzlich noch ein Hund. Mucki. Der vorher Oles bester unsichtbarer Freund war. Und jetzt auch im Nirgendwo feststeckt. Das ist doch nicht fair! Die beiden verbünden sich, um in die Welt der Kinder zurück zu finden. Und dann taucht ein Kater bei ihnen im Nirgendwo auf!

Die Geschichte um die unsichtbaren Freunde ist hervorragend zum Vorlesen für die Kleineren geeignet. Nicht nur lässt es sich leicht mit den verschmähten Hunden mitfiebern, -schimpfen und -hoffen. Die Schrift ist groß gesetzt, mit toll gewählter Zeilenschaltung und reichlich Absätzen, so dass sogar Erstleser im Selbstversuch viel Freude daran finden können, die reich bebilderten Seiten schnell durchzuackern. Die charmanten Figurenzeichnungen mit ihren winzigen Händen und Pfötchen, sowie den charakteristischen Kulleraugen, sind gut zu erfassen, zeichnen sich durch weiche Schattierungen und klare Konturen aus. Es dominieren eher warme und ruhige Farben, die durch kleine Akzente betont werden. Viele Illustrationen arbeiten zusätzlich mit Sprechblasen, was viele Kinder begeistert, so dass der Leseeinstieg durch die Comicwirkung weiter erleichtert wird.

‚Snuffi Hartenstein’ ist ein ganz bezauberndes Erstleserbuch, das trotz der dargestellten Dramatik durch ein Happy End für die unsichtbaren Freunde versöhnt. Es wird deutlich, dass Freundschaften sich einfach auch verändern können. Dass man neue Freunde finden kann. Und dass auch ein unsichtbarer Freund als zeitweiliger Begleiter etwas Tolles sein kann, man ihm aber nicht hinterher trauern muss. Es ist ok. Und… besonders Vorleser werden sich ein wehmütiges Schmunzeln kaum verkneifen können, wenn sie unauffällig ganz ans Ende des Buches blättern und dort, beim Impressum, die Zeichnung einer erwachsenen Frau finden, die selbstversunken im Ohrensessel liest – während ihr gegenüber offensichtlich der Kater aus dem Nirgendwo ein neues Zuhause gefunden hat. Denn, unter uns, wer hängt nicht doch ab und an auch jetzt noch der einen oder anderen imaginären Hauptfigur eines Buches heimlich länger nach, als er es zugeben würde? [Britta]

 

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