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Schwarzer Sold

Autor: Adrian Selby

Genre: Fantasy

Verlag: Bastei Lübbe Verlag

Preis: 16 €

ISBN 978-3-404-20873-9

Eine Welt, zersplittert durch Grenzen und Grenzfehden, Familienintrigen und Drogenhandel, beherrscht von unzähligen Kriegen. Welch einträglicheres Geschäft könnte es in solch einer Welt geben, als das Handwerk eines Söldners? Wenn man es denn meistert, lange genug am Leben zu bleiben, bei lohnenden Kontrakten.

„Kailens Zwanzig“, so nannte man die Söldnergruppe, die vor Jahren sogar die Grenzverläufe ganzer Reiche bestimmte. Man konnte sie nur für teures Gold heuern, denn sie waren eine Legende! Mochten Heere auf dem gleichen Schlachtfeld links und rechts von ihnen fallen – sie erfüllten unfehlbar jedweden Kontrakt. Bis hin zum Halten des Passes an den Tharosfällen, gegen eine schier absurde Übermacht.

Doch die Zeit ist erbarmungslos. Und was geschieht mit Kämpfern, die altern? Denen ihr letzter Sold zwischen den Fingern zerrinnt? Kein Körper macht solch ein Leben ewig mit und auch Helden werden vergessen.

Oder etwa nicht? Kailen höchstpersönlich erfährt über Umwegen davon, dass seine ehemaligen Kameraden nach und nach ermordet aufgefunden werden. Eine schwarze Münze in den Händen der Veteranen deutet einen Racheakt an. Doch wer sollte noch eine offene Rechnung mit den Zwanzig haben? Er sendet Warnungen an die Übrigen und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

‚Schwarzer Sold’ ist eine Geschichte, die alle Register zieht, um das eisenharte Image des dreckigen Söldnerlebens zu zelebrieren. In der Welt dieser Kämpfer gilt ein Menschenleben nichts. Foltern des schier endlosen Nachschubs importierter Sklaven ist essentieller Bestandteil der wissenschaftlichen Kenntniserweiterung. Vergewaltigung von Frauen und Männern eine geduldete Form des Solds in vielen Geschäftsbereichen. Pulver, Tränke und Gifte sind die Waffen im ewig währenden Kreislauf aus Verrat, Kampf und Tod. Niemand ist gefeit davor. Männer, Frauen, Kinder… sie alle sind Waren, insofern sie auf der falschen Seite einer imaginären und völlig unberechenbaren Linie landen, die sich windet, gleich einer Schlange. Die Sprache ist direkt und grob, der allgegenwärtige Einfluss der Drogen bestimmt die Loyalitäten. Selten habe ich ein Buch gelesen, das Brutalität in jedweder Spielart dieserart zum entscheidenden Handlungselement erhob. Und dennoch! Gerade das Abtauchen in den Strudel aus Gewalt macht den Sog der Geschichte aus! Nur allzu schnell schleichen sich Zweifel in die anfänglichen Sympathien für die Figuren. Sind die Zwanzig etwa gar nicht so viel anders gewesen, wie alle Übrigen auch? Aber wie konnten sie dann einst solch einen Ruhm erlangen? Die Gier danach, zu verstehen, was im Hintergrund wirklich geschieht, packt einen! Und was hat all das mit dem enormen Flüchtlingsstrom zu tun, der sich Gerüchten zufolge von der Grenze der Wilden Lande her, die den gesamten Kontinent durchmisst, auf den Rest der Welt zu bewegt?

‚Schwarzer Sold’ ist in Geheimdienstberichten, Briefauszügen und Nachlassaufzeichnungen verfasst, wodurch ein steter Wechsel der Erzählerperspektiven gegeben ist. Besonders beeindruckend ist der Detailreichtum, mit dem die Geschichte und Geographie dieser Welt entworfen wurde. Spätestens wenn man resümiert, zu wie vielen Kräutern der Autor Herkunft, Handelsrouten, Preise und Verarbeitung aufzählte, ohne dass es dadurch langweilig wurde, weiß man, dass hinter den beredten Zeilen ein glühender Geist stehen muss. Und diese Geschichte gilt als Debütroman! Ich bin gespannt, was uns aus dieser Feder noch erwarten mag. [Britta]

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