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Saint Lupin’s Academy – Zutritt nur für echte Abenteurer!

Autor: Wade Albert White

Genre: Fantasy und Jugendbuch

Verlage: Planet! und Thienemann Verlag

Preis: 14,99 € €

ab 10 Jahren

ISBN 978-3-522-50543-7

 

Unsere Welt existiert nicht mehr, der runde Planet ist Vergangenheit. Dafür gibt es nun verschiedene ‚Ebenen’, die im Raum schweben und von deren Kanten man abstürzen kann. Manche dieser Ebenen sind klein wie Inseln, andere riesengroß wie ganze Länder. Auf einer dieser Ebenen ist das Waisenhaus „Saint Lupins“ ansässig, welches düsterste Oliver-Twist-Atmosphäre bietet. Die Kinder werden als billige Arbeitskräfte im örtlichen Kohlebergwerk ausgebeutet, die Institutsleiterin ist eine hartherzige Kinderhasserin und sowieso ist alles trist und erbärmlich. Doch mit dem 13-ten Geburtstag der Waisenkinder soll ihr ödes Dasein ein Ende haben und sie dürfen das Heim verlassen. Dummerweise hat die Oberin andere Pläne. Anne Anvil und ihre beste Freundin Penelope entscheiden sich kurzerhand, zu fliehen. Auf der Flucht gerät Anne an ein magisches Amulett, das leider eine aktive Prophezeiung enthält, die unverzüglich erfüllt werden muss. Doch Hilfe naht! Anne bekommt einen Abenteurerhandschuh ausgehändigt und ist schon mittendrin in einer echten Abenteuer-Queste. Unversehens wird sie an einer renommierten (wenn auch sehr kleinen) Abenteurerakademie angenommen und hat eine gewaltige Aufgabe zu lösen: Das Prophezeiungs-Erfüllen, das unter normalen Umständen ein Jahr Zeit hat, zusätzlich zu der vorangehenden dreijährigen Ausbildung, soll Anne nun in wenigen Tagen vollbringen. Sonst droht Schreckliches zu geschehen.

Zusammen mit Penelope und dem Jungzauberer Hiro stürzt sie sich ins Abenteuer. Es gilt einen Turm ohne Tür zu betreten, einen Ritter, der nie gelebt hat, ausfindig zu machen und einen Schlüssel, den man nicht berühren kann zu finden. Annes Reise führt sie auf verschiedene Ebenen, von einem Schlamassel zum nächsten. Kann sie bei all den wilden Ereignissen um sich herum vielleicht sogar etwas über ihre Herkunft erfahren?

Es gibt nicht viele Bücher, die mich tatsächlich überraschen. Nachdem ich die letzte Seite von „Saint Lupin’s Academy“ gelesen hatte, musste ich mich erstmal sortieren. Was habe ich da genau gelesen? Douglas Adams für Kinder? Ein Computer-Rollenspiel in Buchform? Einen Fantasy-Roadtrip? Vom leicht ironischen Stil des Autors Wade Albert White her, fühlte ich mich sogar etwas an „Die Brautprinzessin“ erinnert. Klar, der Autor nutzt bekannte Motive wie das einsame Waisenkind, das mehr über seine Herkunft erfahren möchte. Aber dies geschieht auf so skuril-amüsante Weise, dass ich mich durchweg sehr gut unterhalten gefühlt und mehrfach lustige Passagen doppelt gelesen habe. Einzig die Charakterentwicklung kommt bei all den Plot-Twists, Kampfszenen, Explosionen und Monsterauftritten etwas zu kurz. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Band 2 steht bereits in den Startlöchern.

Der Humor ist schräg, die Altersempfehlung möchte ich daher eher ab 12 Jahren aussprechen. Vom Wortwitz her eignet sich dieser Roman auch für erwachsene Leser, die Spaß an Jugendbüchern haben. So taucht die „gecastete Antagonistin“ auf, denn Bösewichte können sich für den Job als Fiesling bei Prophezeiungen bewerben. Und die Queste wird selbstverständlich mit Schulnoten bewertet, soviel Ordnung muss sein. Zombie-Haie, Navigations-Sperlinge, Sandwölfe – Wade Albert White lässt seine Fantasie nur so sprühen. Herrlich! Für mich ist „Saint Lupin’s Academy“ eines der ungewöhnlichsten Fantasy-Jugendbücher der Saison. Gerne mehr davon! [Mercedes]

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