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Rot wie das Meer

Autor: Maggie Stiefvater

Genre: Fantasy und Jugendbuch

Verlag: Script 5 Verlag

Preis: 18.95 € €

ab 15 Jahren

ISBN 978-3-8390-0147-9

Jahr für Jahr im November werden an der Insel Thisby die Capaill Uisce (sprich KAPpl ISCHke) an den Strand gespült, gefährliche Meereswesen, die Tod und Verderben bringen. Diese Raubtiere in Pferdegestalt sind schnell wie der Wind und absolut unberechenbar. Auf die Einwohner Thisbys üben die Capaill Uisce eine unheimliche Anziehungskraft aus – jedes Jahr findet das Skorpio-Rennen statt, bei dem die jungen Männer der Insel bei einem Wettreiten auf den Meereswesen gegeneinander antreten. Auch Sean Kendrick wird am Rennen teilnehmen, da er für seinen Vorgesetzten die Siegprämie gewinnen soll. In diesem Jahr geschieht etwas Unerwartetes: Zum ersten Mal meldet sich eine Frau zum Rennen an. Puck Connolly tritt auf ihrem Pony an, was ihr die Häme und Feindschaft der übrigen Reiter einbringt. Auch sie muss das Rennen unbedingt gewinnen, würde sie doch sonst aus finanzieller Not ihr Haus verlieren. Puck erringt den Respekt von Sean Kendruck, der ihr beim Training für das Rennen zur Seite stehen wird. Doch das Rennen ist tückisch und gefährlich und all zu oft sterben die Teilnehmer lange vor der Zielgeraden.

Als ich die ersten Klappen- und Verlagstexte zu Rot wie das Meer las, war ich mehr als skeptisch. Urban Fantasy ist zwar genau meine Kragenweite aber Pferde und Pferderennen nun so gar nicht. Doch schon nach wenigen Seiten hatte mich das Buch gepackt. Es ist ein langsam erzählter Roman, die actiongelandenen Szenen zum Skorpio-Rennen stehen erst ganz am Ende. Vielmehr erlebt man die Entwicklung der beiden Hauptfiguren mit, taucht in ihre Lebenswelten ein und steht am sturmumtosten Strand der kleinen Insel. Da sowohl Puck, als auch Sean das Rennen aus bestimmten Gründen gewinnen müssen, ist natürlich ein großer Konflikt vorprogrammiert.

Die Beschreibung der fiktiven Insel Thisby und ihrer Bewohner gab mir zunächst Rätsel auf, die nicht alle gelöst wurden. So wird die Herkunft der todbringenden Meereswesen nicht völlig geklärt, sie wirken jedoch auch nicht wie Fantasywesen. Sie passen einfach wunderbar in den rauen, unwirtlichen Landstrich, in dem die Geschichte spielt. Der Fokus der Geschichte liegt nicht auf der zarten Liebesgeschichte zwischen Puck und Sean, sondern auf den mysteriösen Capaill Uisce, die tatsächlich in vielen Sagen und Legenden vorkommen. Maggie Stiefvater, die einigen von Euch durch die Nach dem Sommer-Trilogie bekannt sein dürfte, legt mit Rot wie das Meer übrigens einen Einbänder vor, zu dem keine Fortsetzungen geplant sind. Das merkt man dem Roman auch an, der atmosphärisch sehr stimmig daherkommt. [MT]

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