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Rico, Oskar und die Tieferschatten

Autor: Andreas Steinhöfel

Genre: Kinderbuch

Verlag: Carlsen Verlag

Preis: 6.99 € €

ab 10 Jahren

ISBN 978-3-551-31029-3

Hier geht es zur Leseprobe.

Rico geht an eine Berliner Förderschule und hat so seine Schwierigkeiten mit dem Konzentrieren, dem schnellen Denken und mit so Sachen wie links und rechts. Normalerweise kommt er trotzdem gut zurecht, denn weiter, als bis zum Kotti darf er ohnehin nicht gehen. Dann aber beginnen die Sommerferien und plötzlich wird alles kompliziert. Als Hausaufgabe soll er ein Ferientagebuch führen, auf der Straße trifft er Oskar, der ein Freund werden könnte und zu allem Überfluss stoßen sie zusammen auf eine Spur des berüchtigten Kindesentführers, der Berlin seit Monaten im Atem hält. Bloß, wer glaubt schon einem Tiefer- und einem Höherbegabten? Rico wird alle Nase lang als spinnert abgetan und Oskar erntet mit seiner altklugen Art nur entnervte Blicke, so dass sie ihr Wissen lieber für sich behalten. Bis etwas Schlimmes passiert.

Dieses Buch erhielt zu Recht letztes Jahr den deutschen Jugendliteraturpreis. Ich hatte seit nunmehr knapp drei Monaten jegliche Lust am Lesen verloren und mit diversen anderen Büchern von Neuem angesetzt, was aber nicht funktionierte. ‚Rico, Oskar und die Tieferschatten‘ ist in einem bezaubernden Stil geschrieben. Es wartet mit sehr speziellen Definitionen auf und hat mich automatisch an meine Kindheit erinnert – nicht nur wegen der stimmigen Atmosphäre meines Jugendkiezes, sondern vor allem von daher, wie sensibel man als Kind die Stimmungen seiner Mitmenschen erfassen kann, ohne diese in Worte fassen zu können. Der Plot ist zwar vorhersehbar aber das tut der Geschichte keinen Abbruch, denn es geht viel mehr um das Mit- und Füreinander. Selten wird Sozialkritik in so leicht verdaulicher Weise kredenzt. Das Buch ist der erste Teil von zwei Bänden, steht aber als abgeschlossene Geschichte genauso gut für sich. Und ich empfehle es bedingungslos für Groß und Klein, besonders aber vermutlich für Jungen im Alter von zehn bis zwölf – also das optimale Geschenk für eine sonst sehr vernachlässigte Zielgruppe. [Britta]

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