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Rico, Oskar und der Diebstahlstein

Autor: Andreas Steinhöfel

Genre: Kinderbuch

Verlag: Carlsen Verlag

Preis: 12.90 € €

ab 10 Jahren

ISBN 978-3-551-55572-4

Hier geht es zur Leseprobe.

Rico uns Oskar wohnen inzwischen gemeinsam in der „Dieffe 93“. Das ist ein Glück, denn so stolpern sie beim Nachhausekommen im Treppenhaus zusammen über den toten Nachbarn. Aber mit Notfallschokolade und Frau Dahlings berühmten Müffelchen lässt sich glücklicherweise so Einiges verkraften, so dass die beiden Freunde bald schon damit beginnen, sich Fragen zu stellen. Warum hat der alte Fitzke gerade Rico seine Sammlung vererbt? Und kann es sein, das aus dieser Sammlung ein wichtiges Stück fehlt? Für Rico steht fest, dass er zurückholen muss, was auch immer abhanden gekommen ist, denn immerhin setzte der Nachbar zu Lebzeiten sein volles Vertrauen in ihn! Doch damit beginnt die Aufregung erst und schon kommt die Bingotrommel in seinem Kopf wieder in Schwung. In all dem Stress sagt Oskar auch noch versehentlich ihr Codewort zum falschen Zeitpunkt und kurz darauf stellt sich die alles entscheidende Frage, ob Oskar überhaupt ein echter Freund ist oder bloß ein Betrüger. Und was hat es noch mal mit der Farbe gelb auf sich, die Rico ständig im Kopf herumspukt? Irgendetwas daran war wichtig…

Der dritte Teil der Rico und Oskar-Reihe beweist mal wieder, wie gut der Autor sich in die gleichzeitig simple und doch hochkomplexe Gefühlswelt von Kindern einzufühlen vermag. So verarbeiten die beiden Jungen den Tod ihres Nachbarn zwar gut und mit ihren jeweils eigenen Mechanismen, dass aber ab diesem Zeitpunkt jemand fehlt und zu den unterschiedlichsten Zeiten ein Gefühl von Verlust hinterlässt, wird durch Ricos „graue Gefühle“ zum Ausdruck gebracht und nicht verschwiegen. Der klassische Kriminalfall des gestohlenen und wieder zu beschaffenden Gegenstandes hält die Kinder spannend auf Trab. Und selbstverständlich geht es über all dem auch darum, wie wichtig Freunde fürs Leben sind. Andreas Steinhöfel gelingt es mit leichter Hand, die schwierige Beziehung zwischen Oskar und seinem Vater mit Kinderaugen zu analysieren und dabei die Gratwanderung zwischen Anklage und Verzeihen zu handhaben: Er zeigt deutlich, dass niemand vollkommen ist, den Erwachsenen aber dennoch bestimmte Aufgaben abverlangt werden müssen.

Die Geschichte ist im vertrauten Rico-Tonfall aus dessen Sicht geschrieben. Sie knüpft nahtlos an den vorangegangenen Band an, kann aber auch für sich allein gelesen werden, ohne dass allzu viele Detaillücken bleiben würden. Sie war spannend in einem Rutsch durchzulesen und hat mich schon allein wegen der herrlich schrägen Definitionen oft laut zum Lachen gebracht. Ein rundum empfehlenswertes Buch für Kinder ab 10 Jahren. Sowie für alle Rico und Oskar-Fans. [Britta]

 

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