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Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid

Autor: Fredrik Backmann

Genre: Belletristik

Verlag: Krüger Verlag

Preis: 9,99 € €

ISBN 978-3-596-19781-1

Elsa und Oma, das ist wie Sonne und Schwimmbad. Stets gut gelaunt, nicht ohne den jeweils anderen vorstellbar und hoffnungslos chaotisch. Elsa ist sieben und liebt ihre Oma über alles, selbst wenn sie diese häufig ermahnen muss, sich beispielsweise nicht mit der Polizei anzulegen. Ihre Oma ist eine herzensgute Person. Aber sie lässt sich eben auch von niemandem etwas sagen. Zudem funktioniert Oma nur dort gut, wo sonst nichts mehr funktioniert und wo die Welt im Chaos versinkt. So ist es kein Wunder, dass Omas phantastische Märchen in Sphären spielen, in denen Meeresengel ebenso gerne einen über den Durst trinken, wie Oma selber und in der das Kriegshandwerk zum Schutze der Märchenerzähler da ist – die mit ihrer Arbeit für den Fortbestand der Realität sorgen.

Aber die Realität ist kein angenehmes Pflaster für Elsa. Täglich muss sie den Schikanen ihrer Klassenkameraden entkommen, Kindern die keine Ahnung von Selbstbestimmung, Unabhängigkeit, echten Helden und Wikipedia-Definitionen haben. Und es kommt noch schlimmer! Oma schickt sie auf eine Quest in dieser Realtät, gibt ihr einen Auftrag, den Elsa ganz allein in Angriff nehmen muss. Denn Oma wird ein Erbe hinterlassen, das eines Ritters aus Mjamas würdig ist. Ein Epos immaterieller Größe. Und so stellt Elsa sich der Aufgabe, Brücken für ihre Mitmenschen zu schlagen zwischen Vergangenheit und Zukunft. Doch in den wirklich guten Geschichten gibt es nicht nur edle Wesen, sondern auch Schatten…

Backmans Romanfiguren gehen einem nahe. Auch diesmal hat er es geschafft, ernste Themen in einen humorvollen Rahmen zu verweben. So sind die Bezüge zu humanitären Extremszenarien, wie der Arbeit in Kriegsgebieten oder der Hilfeleistung nach Tsunamis, gefühlsmäßig direkt nachzuvollziehen und nahe am Puls der Zeit. Gleichzeitig weicht Elsas kindliche Sicht den Zwang auf, große Probleme mit perfekter Lösung angehen zu wollen. Backmann führt mit märchenhafter Erzählerstimme vor Augen, dass echte Menschen aus Fleisch und Blut, gutem Willen und vielen Fehlern bestehen. Dass Zurückhaltung genauso wichtig sein kann, wie der Wille zum Helfen. Und dass Menschen einander brauchen, um in dem Auf und Ab unverschuldeter Schicksalsschläge würdevoll zu (über-)leben.
[Britta]

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