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Ocean City – Jede Sekunde zählt’

Autoren: Christian Tielmann, Frank Maria Reifenberg und R. T. Acron

Genre: Jugendbuc

Verlag: dtv Verlag

ab 11 Jahren

ISBN 978-3-423-76199-4

Ocean City, eine riesige, auf dem Meer schwimmende Megacity, ist das Zuhause von Jackson und seiner Familie. In dieser Metropole geht es den Menschen, wie man schnell erfährt, besser als auf dem Festland. Aber eines hat man in Ocean City  nicht: Zeit. Denn Zeit ist die Währung der Stadt und damit immer knapp. Jackson besucht zusammen mit seinen besten Freunden Crockie und Hank eine Eliteschule. Alle drei sind technisch sehr begabt und ihr aktuelles „Projekt“ ist ein Gerät, mit dem man das eigene Zeitkonto illegal auffüllen könnte.

Als auf dem Schulweg Jackson und Crockie plötzlich von mehreren bewaffneten Personen verfolgt werden, ist schnell klar, dass der Geheimdienst von Ocean City den Jungs und ihren illegalen Machenschaften auf die Spur gekommen ist. Beide ergreifen die Flucht, doch am Hafenbecken wird Crockie geschossen, der ins Wasser stürzt und verschwindet. Jackson gelingt es, zu entkommen. Offenbar war das Interesse der Bewaffneten an seinem Freund größer, als an ihm. Das hilft jedoch nicht über seine Panik hinweg. Sein bester Freund kann nicht schwimmen, wurde vor seinen Augen erschossen. Der Schock sitzt tief. Bei seiner Suche nach Antworten, stößt Jackson auf Seltsamkeiten. Crockie scheint das Manipulationsgerät tatsächlich fertig gestellt und verwendet zu haben, bevor die Behören auf ihn aufmerksam wurden. Doch warum wird sein Tod an der Schule als Spätfolge einer früheren Erkrankung bekannt gegeben? Und warum ist Hanks Reaktion auf Crockies Tod so ganz anders, als Jacksons?

“Ocean City – Jede Sekunde zählt“ beginnt wie ein Actionfilm und ist in einem futuristischen Szenario angesiedelt. Eine autarke, auf dem Ozean schwimmende Stadt, die Heimstatt für 15 Millionen Menschen ist! Hin und wieder streuen die Autoren (R. T. Acron ist das Synonym der beiden Autoren Frank Maria Reifenberg und Christian Tielmann) Hintergrundwissen ein: Über die Lebensmittelversorgung bis hin zur Stabilisierung der Stadt, ihren Aufbau in Sektoren, ihre Geschichte. Auch über das Leben auf den Kontinenten erfährt man ein wenig. Offenbar herrscht überall Krieg, gesellschaftliche Probleme neben Überhand und die Versorgung mit Lebensmitteln ist prekär. Dagegen erscheint „Ocean City“ wie die reinste Oase. Und ist mitnichten die einzige schwimmende Stadt.
Auf jeden Fall geht es in diesem Jugendbuch rasant zu.  Es gibt einen (auch Jugendlichen gegenüber) skrupellosen Geheimdienst, einen ermittelnden Polizeikommissar, der für Ärger sorgt, sowie eine revolutionäre Gruppe, die gegen die Obrigkeit von Ocean City agiert und starkes Interesse an Jackson, seinen Freunden und deren Erfindung hat. Die Chefin der Stadt will mit allen Mitteln verhindern, dass der Zeitkontenbetrug der Jungs bekannt wird. Und es gibt einen mysteriösen Strippenzieher im Hintergrund, der sehr viel mehr über Ocean City weiß und in dessen Fänge Jackson gerät. Das klingt schon fast nach einem Filmdrehbuch, und in der Tat las sich für mich der Roman sehr cineastisch. An einigen Stellen waren die glücklichen Zufälle in den reichlich gesäten Actionszenen vielleicht eine Spur zu viel. Aber beim Lesen fällt dies nicht ins Gewicht. Verfolgungsjagden, Gefängnisausbrüche – hier wird mit Spannungselementen nicht gegeizt. Selbstverständlich kommt, zusätzlich zu den drei Jungs, noch ein Mädchen mit ins Spiel. Hochintelligent und irgendwie geheimnisvoll. Sie hat etwas zu verbergen, was später für Jackson lebenswichtig werden wird.

„Ocean City“ ist astreines Lesefutter für alle jungen Buchfans, die spannende Geschichten mit futuristischem Einschlag mögen. Als erwachsener Leser hätte ich mir noch mehr Hintergrundinfos zur Stadt gewünscht, aber aus Gesprächen mit unseren jungen Testlesern weiß ich, dass „Ocean City“ auf voller Linie begeistert. Und, bei allem Actiongehalt, doch auch einige witzige Stellen bietet. Ich freue mich auf die Fortsetzung! [Mercedes]

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