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Mouse Guard: Herbst 1152

Autor: David Petersen

Genre: Comic

Verlag: Cross Cult Verlag

Preis: 24.90 € €

ab 10 Jahren

ISBN 978-3-936480-55-9

Hier geht es zur Leseprobe. (dann auf „Leseprobe“ über dem Comic-Cover klicken)

‚Mouse Guard‘ spielt in einer Welt, in der Mäuse eine im Verborgenen blühende Gesellschaft errichtet haben. Angesiedelt in einem mittelalterlichen Umfeld gibt es deutliche Parallelen zu unserem Mittelalter aber den Mäusen selbst scheinen Menschen unbekannt zu sein.

Eine Gemeinschaft von Mäusen, die „Mouse Guard“, haben einen Eid geleistet: Sie schützen die zivilisierte Mäusegesellschaft vor Fressfreinden (Schlangen, Wiesel, Eulen) und sorgen dafür, dass zwischen den einzelnen „Städten“ sicherer Handel betrieben werden kann. Diese Städte befinden sich in alten Baumstämmen oder Höhlen, gut versteckt mitten in der Wildnis.

Nach dem Krieg gegen das große Wiesel um 1150 ist endlich Frieden im Maus-Territorium eingekehrt. Die „Wache“ dient dem Mäusevolk als Pfad-Finder, Begleitschutz auf Handelsreisen, Leibwache. Denn das Leben der Mäuse ist nicht leicht, lauern doch überall natürliche Feinde. Im Herbst 1152 verschwindet ein Kornverkäufer mitsamt seiner Ware zwischen den Mausansiedlungen Rootwallow und Barkstone. Gwendolyn, die Oberin der Mäuse-Wache, reagiert sofort und schickt ihre besten Männer aus, um herauszufinden, was passiert ist. Lieam, Saxon und Kenzie finden tatsächlich die Spur des Händlers und schließlich auch seine Leiche. Doch der Händler trug bei sich Unterlagen, die niemals Lockhaven (die Festung der Mäuse-Wache) hätten verlasen dürfen. Die drei Wächter wittern eine Verschwörung gegen das Machtzentrum der Mäuseterritorien. Es stellt sich heraus, dass die Verräter im Besitz einer legendären Axt sind, die in früheren Zeiten der Verteidigung der Stadt diente und nun für ihre finsteren Zwecke eingesetzt werden soll. Lieam, Saxon und Kenzie versuchen, ihr Mäusevolk vor drohenden Aufständen und Unterdrückung zu schützen und nehmen dabei viele Gefahren auf sich.

Mäuse als Helden in Comics oder Fantasyromanen sind nicht ganz neu. So hatte schon ‚Das Geheimnis von Nimh‘ kleine Nager als Protagonisten und auch eine der berühmtesten Comicfiguren aus dem Hause Disney ist eine Maus. Pinky The Brain und Basil der Mausedetektiv sind weitere Helden aus dem Mäusereich.

Petersen legt mit seiner „Mantel und Degen“-Mäusegeschichte, die in einem rauen mittelalterlichen Umfeld spielt, ein neues Konzept vor. Mäuse werden hier nicht verniedlicht dargestellt, sondern eher vermenschlicht. Ihre Historie könnte auch die einer menschlichen Gesellschaft sein. Sie stehen zwar auf zwei Beinen und wohnen in Städten, die an mittelalterliche Dörfer gemahnen. Alles andere ist jedoch realistisch gehalten: Fell, kleine Augen, sehr dünne Arme und Beine – die Mäuse verfügen nicht über Superkräfte oder Sonderfähigkeiten. Einziger Nachteil des realistischen Zeichenstils sind die manchmal etwas gleichförmigen Gesichtsausdrücke. Mir fiel es auf den ersten Seiten teilweise nicht so leicht, die einzelnen Mäuse auseinander zu halten.

Empfohlen wird der Comic-Roman verlagsseitig ab 8 Jahren. Sicher ist die Geschichte auch für jüngere Leser spannend, doch ich schätze, gerade erwachsene Leser werden an den stimmigen Zeichnungen, den ausgearbeiteten Charakteren und der sehr durchdachten Hintergrundsstory mit überraschenden Wendungen ihre Freude haben. [Mercedes]

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