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Mein Leben, mal eben

Autor: Nikola Huppertz

Genre: Jugendbuch

Verlag: Coppenrath Verlag

Preis: 12,99 € €

ab 12 Jahren

ISBN 978-3-649-66990-6

Manchmal läuft das Leben nicht so, wie man sich das vorgestellt hat. Vor allem nicht, wenn man gerade 13 Jahre alt ist und nicht viel mit dem Mainstream-Geschmack der werten Mitschüler anfangen kann.

In ‚Mein Leben, mal eben’ berichtet Anouk Vogelsang von ihrem Versuch, normal zu sein. Denn geboren wurden sie eindeutig mit dem Unnormal-Gen. Anders könnte sich ihre quasi schon erblich bedingte Vorliebe für Heavy-Metal ganz sicher nicht erklären. Dass sie mit ihren beiden Müttern zusammenlebt, von denen eine begeisterte Kostümschneiderin an der Oper ist und Anouk dementsprechend regelmäßig mit eher ausgefallenen Kleidungsstücken ausstaffiert wird, macht die Sache nicht einfacher.

Die Sommerferien nähern sich dem Ende, der erste Schultag der achten Klasse steht bevor. Da soll nun alles anders werden. Anouk will sich anpassen, nicht mehr die Außenseiterin sein. Ab jetzt werden Popmusik gehört und PC-Spiele gezockt, die bei den hippen Mädels gerade in sind. Und sowieso wird alles besser. Auf dem altersschwachen Labtop ihrer Mutter tippt Anouk von nun an ihre „Memoiren“ und dokumentiert ihr Vorhaben.

Anouks Plan wird allerdings gerade mal bis zum ersten Schultag Bestand haben, an dem bereits alles mögliche schief läuft. Angefangen beim holprigen Versuch, sich mit der sympathisch wirkenden neuen Mitschülerin Lore anzufreunden. Bis hin zum zweiten Neuen in der Klasse, Moritz, den Anouk bereits kennt. Er ist Gitarrenschüler bei ihrem Samenspender, Philip, einem guten Freund ihrer Mütter. Dieser Moritz ist mindestens so unnormal wie Anouk, ebenfalls Heavy-Metal-Fan und mit einem Ego ausgestattet, das über seinen Hang zu weißen Socken in Klettsandalen meilenweit erhaben ist.

Als Moritz und Anouk dann auch noch zusammen ein Musikreferat halten sollen, wird Anouks ohnehin schon chaotischer Alltag noch holpriger. Zumal noch Stress mit Philip dazukommt.

Nikola Huppertz hat ein erfrischendes Jugendbuch geschrieben mit einer etwas anderen Heldin und Familiengeschichte. Denn muss  man sich immer dem Mainstream anpassen? Muss ich normal sein – und was ist überhaupt normal?  Die Botschaft, die hier mit viel Verve vorgetragen wird, ist klar: Bleib anders, bleib besonders, verbiege dich nicht, akzeptiere dich, wie du bist.

Das Ganze ist mit Witz, sprachlich unterhaltsam geschrieben; mir hat Anouks Tonfall sehr gut gefallen. Eine glaubwürdige 13-Jährige, deren Memoiren man mit Vergnügen liest.
Das Buch bekommt von mir nicht nur inhaltlich eine klare Empfehlung, unbedingt erwähnen möchte ich auch, die sehr gelungene Covergestaltung des Verlages, die heraussticht.

[Mercedes]

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