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Kinder des Judas

Autor: Markus Heitz

Genre: Fantasy und Vampire

Verlag: Droemer/Knaur Verlag

Preis: 12,99 € €

ISBN 978-3-426-63768-5

Der Roman fasst 700 Seiten und umspannt einen mehrere hundert Jahre überdauernden Bogen. Der Plot ist originell und spannend. Der Autor ging von historischen, archivierten Berichten aus, die eine Untersuchungskommission der Besatzer im dörflichen, „abergläubischen“ osmanischen Besatzungsgebiet zu den unerklärlichen Vampirphänomenen erstellte. Doch er beginnt die Geschichte zusätzlich auch im heutigen Leipzig, kurz vor dem Jahreswechsels nach 2008, sowie im besetzten Gebiet in einem türkisch sprachigen Dorf um 1670. Er schildert den Werdegang eines kleinen Mädchens zur nahezu letzten Vampirin ihrer Art. Dabei webt er ein dichtes Netz voller Verrat und Intrigen um diese Frau, die alle Höhen und erdenklichen Tiefen erlebt, nur um immer wieder erkennen zu müssen, dass sie es trotz der erlangten Macht nicht verhindern kann, von ihrer unfreiwilligen Verwandschaft dirigiert zu werden. Die Hauptfigur ist eine mildtätige Seele, die zu Beginn der Handlung – wie üblich – ihrem Beruf und ihrer Berufung als Nachtwache im Krankenhaus nachgeht, da sie zweifelsfrei imstande ist, den nahenden Tod zu spüren und so die Angehörigen zu informieren. Krankenschwestern und Ärzte verlassen sich auf ihren Rat. Selbst das Ventil für ihre angestauten Energien wirkt vergleichsweise harmlos, da Undergroundkämpfe selbstverständlich illegal und deren Teilnehmer selbst Schuld sind… Das Buch hat mir gut gefallen, da es genau die richtige Länge hatte, um sich in eine andere Welt fallen zu lassen. Auch griff es alle nur erdenklichen Vampirvarianten auf und brachte die Folkloren somit unter einen Hut, anstatt sich lediglich ein Klischee herauszupicken. Und vor allem der stete Wechsel zwischen aktuellem und historischem setting ließ keine Langeweile aufkommen, zumal die Szenen sämtlich so geschrieben sind, als wenn sie zu Vorlagen eines Action-Films angedacht wären. [Britta]

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