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HYDE

Autor: Antje Wagner

Genre: Jugendbuch, Krimi und Mystery

Verlag: Beltz & Gelberg Verlag

ab 14 Jahren

ISBN 978-3-407-75435-6

„HYDE“ ist eines der mitreißendsten Jugendbücher des letzten Jahres. Ein Einzelband, keine Reihe. Kein actionlastiger Krimi, sondern eher ein spannend erzählter Roman mit einem Hauch Mystery. Wir treffen nicht auf eine strahlend schöne Heldin, sondern eine innerlich und äußerlich gezeichnete Hauptfigur. Der Klappentext, den der Beltz Verlag spendiert, fällt sehr knapp aus. Und das ist tatsächlich gut, denn die Gefahr, den Inhalt zu spoilern, ist bei diesem dicht erzählten Roman sehr hoch. Daher fasse ich mich ungewohnt kurz, ohne zu viel zu verraten.

Wir treffen in „HYDE“ auf Katrina, eine 18-Jährige, die wir in der ersten Szene als Tramperin auf der Walz kennenlernen. Sie hat gerade eine Tischlerlehre absolviert und ist nun auf ihrem ganz persönlichen Rachefeldzug. Für diese Rache muss vorab ihre sogenannte „Kriegskasse“ gefüllt werden, denn Katrina ist schlichtweg mittellos und hat alles, was ihr im Leben wichtig war, verloren. Als Kind lebte sie mit ihrem Vater und ihrer Schwester Zoe im namensgebenden ‚Hyde’, einer Holzhütte tief verborgen und abgeschirmt im Wald. Doch diese Zuflucht gibt es nicht mehr. Katrinas eher verschlungener Lebensweg führt sie zu einem heruntergekommenen Haus in der absoluten Einöde. Sie bekommt die Möglichkeit, dieses als angestellte Verwalterin zu renovieren und damit Geld zu verdienen. Der Plan läuft gut an aber Katrina stößt auf Ungereimtheiten. Sowohl dieses alte Haus als auch Katrinas Vergangenheit verbergen so Einiges. Erzählt wird „HYDE“ in zwei Erzählsträngen, die sich verweben und nach und nach offenbaren, was Katrina durchlebt hat. Und wie sie sich seit ihrer „Gefangennahme“ durchschlägt und nun versucht, ihr Leben zu meistern.

Die beiden Erzählstränge lesen sich höchst unterschiedlich. Während Katrinas Vergangenheit eher einem realistischen Krimi oder Thriller gleicht, hat die Geschichte, die sich rund um das verfallene Haus rankt, etwas mystisch Unheimliches und erinnert von der Atmosphäre entfernt an die alten Stephen King Romane. Irgendetwas geht vor, das kaum zu benennen ist, aber den Protagonisten in der Schwebe zwischen Realität und Phantastik hält. Wagner gelingt es, diese beiden sehr unterschiedlichen Eben so zu verschränken, dass man am Ende des Romans mit offenem Mund dasitzt und geneigt ist, das Buch gleich noch einmal von vorne zu lesen.

„HYDE“ ist ein durch und durch ungewöhnliches Buch und absolut unkonventionell. Wer ein wenig Mystery akzeptieren kann und gerne mal in einen Roman eintauchen möchte, in dem mehr Graustufen, denn klassische Gut-Böse-Konventionen zu finden sind, und der mit geschickt gesetzten Wendungen den Leser mitreißt, sollte einen Blick riskieren. [Mercedes]

 

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