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Fortunately, the Milk …

Autor: Neil Gaiman

Genre: Kinderbuch

Verlag: Bloomsbury Verlag

Preis: ca. 11 € €

ab 9 Jahren

ISBN 978-1-4088-4176-1

Deutscher Titel: Die verrückte Ballonfahrt mit Professor Stegos Total-locker-in-der-Zeit-Herumreisemaschine

Alles beginnt mit der nicht vorhandenen Milchpackung im Kühlschrank. Mutter hatte, bevor sie zur Konferenz fuhr, extra noch daran erinnert, dass die Milch nicht bis zum nächsten Morgen reichen würde und dass deswegen unbedingt neue gekauft werden müsse. Immerhin konnte man das Müsli nicht mit Orangensaft essen! Also zieht Vater los, um eine Packung des kostbaren Elixiers zu holen – und kommt partout nicht wieder! Erst Stunden später trifft er daheim ein und präsentiert eine haarsträubende Geschichte zu seinem zwischenzeitlichen Verbleib. Dies ist die Mähr einer Odyssee der Möglichkeiten, einer Reise durch Raum und Zeit, mit glorreichen Kämpfen und Abenteuern, mit Aliens, Dinosauriern, Azteken, Vampiren und Piraten… und mit Milch! Glücklicherweise mit Milch, denn ohne sie wäre vielleicht die Welt untergegangen!

Neil Gaiman stellt mit dieser Kindergeschichte wieder einmal unter Beweis, dass es nichts gibt, was er sich nicht vorzustellen vermöchte. Die Erlebnisse des leidgeprüften Vaters, der in seiner rückblickend vorgetragenen Erzählung den Umstand zu rechtfertigen versucht, warum es so lange gedauert hat, seinen Kindern das Frühstück zu ermöglichen, sprühen von Witz und Imagination. Der Handlungsfaden umspannt nicht weniger als sechs „Realitäten“, in denen die Hauptfigur temporär strandet. Das Ganze wird durch Chris Ridells grandiose Zeichnungen zum Leben erweckt. Eine Zusammenarbeit, vor deren farbenfrohen Ergebnissen man sich als Leser nur begeistert niederknien kann – trotz scharz-weißer Umsetzung! Der auch in Englisch sehr leicht lesbare und lautsprachlich traumhaft ausgewogene Text teilt sich die Seiten des kleinen Hardcovers etwa hälftig mit den vielen, raumfassenden Bildern. Teilweise wird die Erzählung mit ganzseitigen Zeichnungen und Bilderfolgen bereichert, teilweise fließen selbst in die Schriftsetzung grafische Elemente mit ein, wenn etwa Schilderbeschriftungen, Ausrufe und Geräusche betont werden.

Fortunately, the milk… ist eines jener Kinderbücher, die auch Erwachsene – oder vielleicht gerade diese – zu Entzückenslauten veranlassen. Das englische Vokabular kann gleichzeitig als grundlegend und praxisnah beschrieben werden, während die daraus geformten Formulierungen mit einer Mischung aus Situationskomik, trockenem Humor und Eleganz aufwarten. Das macht den schmalen Band zu einer kurzweiligen Alternative für jene Leser, die ab und an ihr Englisch auffrischen, sich dazu aber nicht gleich in einen der standardmäßigen Belletristik-Titel vertiefen möchten. Man erahnt beim Lesen zudem den erfahrenen Familienvater als Autor, wenn die Kinder des Protagonisten seinen Schilderungen mit einem großen Maß an Skepsis begegnen und dies auch auszudrücken wissen. Somit handelt es sich hier obendrein um ein lustiges Familienbuch für all jene, die schon immer ahnten, dass Milch für Kinder absolut unverzichtbar ist. Ebenso wie für ein richtiges Frühstück. Und das Universum. Für all die Leser, die mit Englisch nicht so viel anfangen können, nun aber trotzdem neugierig sind: Der Arena-Verlag hat es in Deutsch für den Februar zu 9,99 EUR unter dem fast identischen Titel Die verrückte Ballonfahrt mit Professor Stegos Total-locker-in-der-Zeit-Herumreisemaschine angekündigt. Kaum ein Unterschied. Der Titel ist sozusagen austauschbar. 😉 [Britta]

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