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Es ist was faul – Thursday Next 4

Autor: Jasper Fforde

Genre: Fantasy

Verlag: dtv Verlag

Preis: 11,95 € €

ISBN 978-3-423-21296-0

Ich sage es gleich vorweg: Ich bin beim dritten Band angekommen, werde mir morgen den vierten besorgen und bin inzwischen ohne Übertreibung der Ansicht, dass es sich bei dieser Geschichte um eines der zehn genialsten literarischen Werke handelt, die ich persönlich bisher in meinem Leben gelesen habe! Es ist die reinste Lust dieses Feuerwerk der Querverweise, der Anspielungen und des ironisch-liebevollen Umgangs mit Text in jeder erdenklichen Form zu lesen! Die Bücher gehen nahtlos ineinander über und bauen unbedingt aufeinander auf.

Es wird die Geschichte der Geheimagentin Thursday Next, Spezialgebiet Literatur, erzählt. Eine inhaltliche Beschreibung der Gegebenheiten und Vorkommnisse muss unweigerlich chaotisch ausfallen, so dass ich mich darauf beschränken werde, die Stimmung in den Romanen zu beschreiben. Thursday lebt in einer Welt, in der der Geheimdienst unter anderem aus Abteilungen besteht, die sich darum kümmern, dass keine unerlaubten Zeitreisen und -Veränderungen stattfinden (ChronoGarde), die eine Ein-Mann-Kampftruppe gegen Vampire und Werwölfe beschäftigt (wobei der Agent Spike ständig Probleme mit Grufties bekommt, die den Blutsaugern aber auch zum Verwechseln ähneln) oder eben die LiteraturAgenten (LitAg), die zum Schutz der Literatur, vor allem der Klassiker bereitstehen. In dieser Welt stehen die Kunst-Unruhen mit bürgerkriegsähnlichen Ausschreitungen an einer ähnlichen Prioritätenstelle, wie bei uns Religionskriege. Surrealisten wird beispielsweise eine strafbare „Fehlinterpretation graphischer Medien“ vorgeworfen und sie befinden sich zumeist auf der Flucht oder im Exil in Russland. Praktisch jeder, selbst der unmündigste Bürger, ist irgendwie in die mit tödlichem Ernst geführte Shakespeare-Debatte verwickelt, bei der es um die wahre Identität des Autors geht, welche den Alltag durchdringt. Ein industrieller Mega-Konzern, die Goliath Corporation, lenkt Politik und Wirtschaft im Sinne des größtmöglich zu erzielenden Gewinns, so dass Kindern unter anderem gerichtlich ein Verzehr von mindestens zwei Smiley-Burgern die Woche vorgeschrieben werden soll. Es gab niemals eine Reise zum Mond, stattdessen wurde die DropTube erfunden, mit der Reisen durch den Mittelpunkt der Erde möglich wurden, die mit einer maximalen Reisezeit zu jedem Punkt der Erde innerhalb von einer Stunde werben. Die durch Turbinen betriebenen Luftschiffe füllen an schönen Tagen den Himmel, da eine Weiterentwicklung der Jet-Idee unsinnig erschien. Und der Krimkrieg geht mittlerweile in sein 131.-es Jahr.

 

Es ist was faul – Thursday Next Band 4

Thursday hält es nicht länger im selbst gewählten Exil der Flucht aus und kehrt trotz aller Gefahren heim. Inzwischen haben sich allerdings ihre Feinde miteinander verbündet, so dass ein Überleben tagtäglich schwieriger wird. Natürlich muss sie wieder an allen Fronten zugleich kämpfen, sei es gegen den übermächtigen Goliath-Konzern, der sich aufgrund finanzieller Vorteile zu einer Religionsgemeinschaft etablieren will (immerhin bräuchte er dann an seine Millionen Angestellten nur noch Zukunftsversprechen ausgeben, anstelle von Gehältern) und dazu unbedingt ihre Vergebung nachweisen muss, als auch bei der Rettung ihrer Familie, der Rettung des Staatspräsidenten um die Ausrufung einer Diktatur zu verhindern, welche innerhalb kürzester Zeit einen Weltkrieg gegen Dänemark anstreben würde, sowie die Erfüllung ihres weiterlaufenden Arbeitsverhältnisses aus dem Exil. Nicht zu vergessen, dass sie mehr oder weniger versehentlich zum Teammanager des absoluten Außenseiters im brutalen Kricket geworden ist, wodurch sie ständig die Presse am Hacken hat. Alles das natürlich nebenbei, während sie verbotene dänische Literatur für die eine Abteilung suchen und verbrennen lassen soll, diese für die Kollegen der LitAgs aber zugleich viel lieber über die Grenze ins feindliche aber schützende Irland schmuggeln würde. Aber wie schmuggelt man einen ganzen Konvoi LKW’s? Und natürlich steht wieder einmal ein Weltuntergang ins Haus. Aber so richtig aufgeregt ist man ja nur beim ersten Mal Weltretten – danach wird es Routine. Zumal sich eh‘ niemand über einen Fehler beschweren würde. [Britta]

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