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Eine Insel zwischen Himmel und Meer

Autor: Lauren Wolk

Genre: Jugendbuch

Verlage: dtv Verlag und Reihe Hanser

Preis: 14,95 €

ab 11 Jahren

ISBN 978-3-423-64035-0

„Eine Insel zwischen Himmel und Meer“ ist das zweite Jugendbuch der amerikanischen Autorin Lauren Wolk. Ein wunderbarer Roman über die Suche nach der eigenen Herkunft. Der Suche nach dem, was Familie ausmacht.

Die 12jährige Crow lebt in den 1920er Jahren auf den Elisabeth-Inseln. Aufgezogen wurde sie vom Einsiedler Osh, der wie ein Vater für sie ist und der sie als Baby aus dem Meer gerettet hat. Denn Crow wurde als Säugling auf einem alten Holzboot dem Wasser überlassen. Osh kümmerte sich um sie, er, der am Strand in einer Hütte lebt, die er aus Dingen errichtet hat, die die Natur bietet und das Meer anspült. Sie sind ein untrennbares Duo und trotzen der rauen Natur der Insel. Dass sie in sehr einfachen Verhältnissen leben und ihren Unterhalt durch Hummerfang bestreiten, stört Crow nicht, haben die beiden doch alles, was sie brauchen. Bei Ebbe können Osh und Crow die benachbarte kleine Insel erreichen, auf der Miss Maggie lebt. Miss Maggie sorgt für Crows schulische Bildung, bekocht hin und wieder beide und kümmert sich um Crow, wenn diese erkrankt. Daneben versorgt sie noch ihre Tiere – von Schafen bis zum Pferd. Crow hat nie eine normale Schule besucht, da die sehr abergläubischen Bewohner der Nachbarsinsel Abstand zu Crow halten. Sie komme gerüchteweise von der Insel Penikese, auf der jahrelang Leprapatienten in einem speziellen Krankenhaus gelebt haben. Die Angst vor einer Ansteckung ist so groß, dass die Dörfler nicht einmal die gleiche Türklinke berühren mögen, die Crow benutzt hat.

Während Crow als Kind dieses schrullige Verhalten dank Miss Maggie und Osh ignorieren konnte, lässt sich nun der Gedanke daran, wo sie wohl herkommt und wer ihre leiblichen Eltern sein könnten, nicht mehr los. Stammt sie wirklich von Penikese? Das ehemalige Krankenhaus ist längst verlassen und ein neuer Vogelwart kümmert sich dort um die Fauna. Crow beschließt herauszufinden, was es mit ihrer Herkunft auf sich hat. Bei einem Ausflug zur Lepra-Insel stoßen Crow, Osh und Maggie auf Ungereimtheiten und setzen damit eine Kette von Ereignissen in Gang.

„Eine Insel zwischen Himmel und Meer“ zeigt in leichtem und warmherzigen Stil, was Familie ausmacht und dass die biologischen Wurzeln nicht entscheidend sind für das, was ein Wesen ausmacht. Hier leben drei Menschen mit sehr unterschiedlichen Biographien zusammen, die sich in allem unterstützen, respektieren und annehmen, ohne dafür Gegenleistungen zu erwarten.

Lauren Wolk hat die Gabe, über Vertrauen, Bescheidenheit und Zusammenhalt leichtfüßig und sprachlich schön zu schreiben. Das einfache Leben steht im Vordergrund, ein wenig Kritik an Konsum, Gier und Verstädterung schwingt mit. Mir hat bereits „Das Jahr, in dem ich Lügen lernte“ sehr gefallen, und auch „Eine Insel zwischen Himmel und Meer“ ist eine klare Leseempfehlung.

 

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