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Die Überlebenden

Autor: Alexandra Bracken

Genre: Dystopie und Fantasy

Verlag: Goldmann Verlag

Preis: 12,99 € €

ISBN 978-3-442-47908-5

Wir befinden uns in Amerika. Eine Epidemie hat das Land in die Katastrophe gestürzt und Familien zerrissen. Zwei politische Lager kämpfen ohne Rücksicht auf Verluste um die Vorherrschaft, scheuen dabei weder vor Selbstmordattentaten, noch vor militärischen Eingriffen gegen ganze Landstriche zurück.
Ruby hat die Epidemie überlebt. Eine Seuche, die nur Kinder betrifft und diese entweder sofort tötet… oder fürchterliche Kräfte in ihnen weckt. Ruby erfährt vom Erwachen ihrer Kräfte dadurch, dass sie die Erinnerungen ihrer Eltern an sich löscht. Ungewollt. Im nächsten Moment schon lassen ihre Eltern das Nachthemd tragende Freak-Kind in ihrem Haus durch das Militär abholen. Überlebende Kinder werden busseweise in Lager interniert, die wie Pilze aus dem Boden schießen. Und das Leben dort ist grausam. Wie soll man eine Kraft kontrollieren, von deren Funktionsweise man nicht das Geringste weiß? Wie die Schikanen der Aufseher ertragen? Wie mit dem Heranwachsen des eigenen Körpers umgehen, wenn es keinen Erwachsenen gibt, der einen dabei begleitet?

Die Jahre vergehen. Ruby stumpft innerlich immer mehr ab und einzig der Gedanke, nicht aufzufallen, trägt sie durch die grauen Wochen und Monate. Denn es wäre nicht auszudenken was geschähe, wenn die Aufseher davon erführen, dass sie am Tag ihrer Inhaftierung betrogen hatte. Dass sie sich falsch einstufen lassen hat. Dass sie keinesfalls zu den Grünen Kids gehört, die als etwas harmloser gelten, sondern zu denen, die abtransportiert wurden und nie wieder kamen?

Die Überlebenden ist eine bedrückend grausame Dystopie. Sicherlich spielt dabei stark hinein, dass es um Kinderschicksale geht. Das setting erinnert unheilvoll an die Konzentrationslager einer nur zu bekannten real-historischen politischen Gesinnung. Baracke reiht sich an Baracke hinter hohem Stacheldrahtzaun und Zwangsarbeit ist an der Tagesordnung. Die Aufseher sprechen den gefangenen Kindern jegliche Menschlichkeit ab und degradieren sie zu zweitklassigen Lebewesen, mit denen nach eigener Willkür verfahren werden kann.

Es ist nur logisch, dass sich Widerstand organisiert. Doch ebenso voraussehbar ist, dass dieser nicht unbedingt von Leuten ausgeht, denen das Wohl der Kinder am Herzen läge. Und dann gibt es da auch noch solche Kinder, die an diesem System zerbrochen sind, denen die Folgen ihres Handelns egal sind. Oder die willentlich Schmerz verbreiten wollen, so wie er ihnen zugefügt wurde.

Die Überlebenden ist ein All Age-Roman, der nur etwas für Hartgesottene ist. Spannend und flüssig geschrieben, in einem Rutsch zu lesen. Voraussichtlich handelt es sich hierbei allerdings um einen ersten Band zu einer Trilogie, da er mit einem Cliffhanger endet. [Britta]

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