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Die rote Königin

Autor: Victoria Aveyard

Genre: Dystopie, Fantasy und Jugendbuch

Verlag: Carlsen Verlag

Preis: 19.99 € €

ab 14 Jahren

ISBN 978-3-551-58326-0

Eine Welt im Jahrzehnte andauernden Krieg. Einem Krieg, in dem die niedere Kaste wie Anmachholz verheizt wird, während sich die Adligen auf die silberne Farbe ihres Blutes berufen, um sich unangetastet in Dekadenz zu ergehen. Denn die Silbernen stehen für wertes Leben, verdeutlicht durch ihre magischen Gaben, die sie gottgleich zwischen seidenen Stoffen und Juwelen wandeln lassen.

Gleichzeitig kämpfen die Roten, ohne eine irgendwie geartete übernatürliche Begabung, in heruntergekommenen Ghettos um ihr tägliches Überleben. Mare ist die Jüngste unter ihren Geschwistern. Ihre drei Brüder folgten vor Langem dem Ruf an die Front, um lieber dort zu sterben, als aufgrund eines gescheiterten Fluchtversuches vor dem Henker. Und ihre ältere Schwester hält die Familie mit kunstfertigen Näharbeiten für die Reichen über Wasser. Sie selber jedoch ist in den Augen ihrer Eltern eine Schande, ein zu duldendes Übel, das man zwar liebt, nicht jedoch gutheißen kann – denn Mare ist eine exzellente Taschendiebin. Ihren flinken Fingern ist es zu verdanken, dass die Stromrationen an den Abenden lange genug ausreichen, damit die Schwester ihrer redlicheren Arbeit auch im Dunkeln nachgehen kann.

Doch so belastend die Situation bereits ist, sie droht, sich in Kürze noch deutlich zu verschlechtern. Mares Geburtstag steht an und mit ihm ihre Einberufung. Ein Damoklesschwert, dem sie sich nicht fügen will. Und so sucht sie verzweifelt nach einem Ausweg. Mare geht ein Risiko ein. Ein zu großes Risiko. Und plötzlich steht sie im Zentrum aller Aufmerksamkeit und muss folgenschwere Entscheidungen treffen. Geht sie einen Handel mit dem Königshaus ein, um ihre Familie zu retten? Verrät sie dafür ihre Kaste, ihre Leute… sich selbst? Oder wagt sie ein doppeltes Spiel und schließt sich heimlich der Revolution an? Doch Aktionen des Widerstands führen zu brutalen Gegenschlägen des Adels, dem auch Unschuldige zum Opfer fallen. Und wie sollte sie, eine wertlose Rote, sich auch nur einen einzigen Tag lang am Hofe behaupten, zwischen den intrigenerprobten Söhnen und Töchtern der hohen Häuser? Oder ist sie mehr Silberne, als sie bisher dachte?

‚Die Rote Königin‘ ist der erste Band einer Reihe in den erzählerischen Fußstapfen der ‚Tribute von Panem‘: junge Frau steht einem mörderischen System gegenüber, das gezielt die Medien zur Meinungsbildung einsetzt, sowie soziale Misstände des Profits wegen mit Gewalt aufrecht erhält. Und obgleich die Figurenkonstellation und die Aneinanderreihung der Plotelemente vorhersehbar sind, birgt die Geschichte eine sich aufbauende Spannung, die einen beim Lesen immer weiter trägt. Man möchte wissen, wer unter der Last der Ereignisse bricht, wer zum Verräter wird. Es fallen nicht nur reihenweise Figuren, sondern auch eine moralische Überzeugung nach der anderen. Denn wo zieht man die Grenze dessen, wie viele Unschuldige es wert sind, für eine erdachte bessere Zukunft zu sterben? Gibt es Gut und Böse im unnachgiebigen mörderischen Ringen zweier Positionen um die Vorherrschaft? Und wem soll man vertrauen, wenn man niemandem vertrauen kann, weil jeder zum Verrat bereit ist?

[Britta]

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