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Die Karte der Welt

Autor: Royce Buckingham

Genre: Fantasy

Verlag: Heyne Verlag

Preis: 16 € €

ISBN 978-3-442-26884-9

Ein junger Schweinehirte zieht aus, um die Welt zu erforschen und besteht dabei allerlei Abenteuer. Klingt nicht besonders spannend? Weit gefehlt! Die Karte der Welt ist klassische Helden-Fantasy im mittelalterlichen Setting. Auf über 600 Seiten entfaltet Rocyce Buckingham, den viele bereits durch seine Dämliche-Dämonen-Reihe kennen, einen Fantasyschmöker, der mit ungewöhnlichen Einfällen aufwartet.

Ein dunkler Schleier bildet seit Jahrhunderten eine undurchdringliche Barriere im Norden des Königreichs Abrogan. Es existieren allerhand Gerüchte und Legenden über den Schleier aber niemand traut sich in seine Nähe. Denn keiner von denen, die in der Vergangenheit diese Grenze übertreten haben, ist je zurückgekehrt. Unser Held, der junge Wexford, lebt mit seinem Vater in der beschaulichen Ortschaft Zornfleck. Seinem Tagewerk als Schweinehirt geht Wex mit mäßiger Begeisterung nach, viel lieber zeichnet er. Wex teilt das typische Künstlerschicksal: Die kreative Seele kann von ihrer Kunst nicht leben. Als eines Tages eine Reisegruppe im Ort übernachtet, die eine Expedition zum Schleier plant, um endlich die Grenzen des Reiches zu kartographieren, wird man auf Wex’ Zeichentalent aufmerksam. Kurzerhand wird der junge Bursche rekrutiert und findet sich zwischen Rittern und Haudegen und auf den ersten Blick zwielichtigen Gesellen wieder.

Was als kurze Entdeckertour zum Schleier beginnt, wird bald zu einem gefährlichen Abenteuer. Denn Wex katographiert nicht einfach nur (als Notbehelf und mittels Farbstoffen mit seinem eigenen Blut), sondern er versetzt durch seine Zeichnungen den Schleier! Was bislang unter Schwärze verborgen war, wird enthüllt und damit auch Dinge und Kreaturen, die besser im Dunkel geblieben wären. Schon bald ist klar, dass nicht alle Expeditionsteilnehmer die Reise überleben werden.

Das neu entdeckte Land ist alles andere als gastfreundlich. Immer wieder müssen Wex und seine Gefährten gegen neue Schrecknisse kämpfen. Natürlich gibt es auch eine Art Erzfeind, der Ewigkeiten im Schleier gefangen war und nun, nach seiner Befreiung, aus persönlichen Rachegelüsten heraus gegen die Expeditionsgruppe vorgeht.

Dass Wex Schweinehirt ist, scheint mir auch kein Zufall zu sein. Der  bekannteste Schweinehüter der Fantasyliteratur und Vorbild für Wex dürfte Taran (Roman von Alexander Lloyd) sein, der gegen einen dunklen Herrscher bestehen muss. Buckingham wartet in seinem Roman mit interessanten Figuren auf und es sterben tatsächlich auch mal Sympathieträger oder ihnen wird arg zugesetzt (George R. Martin lässt grüßen). Eines meiner persönlichen Highlights waren übrigens die „Kühe“, die Buckingham auf seine Figuren losläst. Hier war der Autor offenbar mit viel Humor bei der Sache und wollte Fantasyklischess karrikieren.

Mit seinen skurilen Ideen hat sich der Autor bei mir ein „Das nächste Buch wird auf jeden Fall auch gelesen“ verdient. [Mercedes]

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