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Die drei Leben der Tomomi Ishikawa

Autor: Benjamin Constable

Genre: Belletristik

Verlag: Script 5 Verlag

Preis: 18.95 € €

ISBN 978-3-8390-0157-8

Tomomi Ishikawa ist tot. Ein Selbstmord. Zumindest steht das in dem Abschiedsbrief, den ihr Freund Ben Constable bekommt. Für Ben kommt dieser Suizid völlig überraschend und wirft ihn aus der Bahn. Doch zum Trauern bleibt ihm kaum Zeit, denn Tomomi, genannt Butterfly, hat Ben viele rätselhafte Nachrichten hinterlassen. Es beginnt eine Art Schnitzeljagd – zunächst durch Paris, später durch New York, die Ben immer mehr von Tomomis Vergangenheit zeigen und eine Seite seiner Freundin zum Vorschein bringen, von der Ben nichts geahnt hat. Er klammert sich fest an die Hoffnung, dass all die kleinen Botschaften und Puzzleteile, die Tomomi ihm hinterlassen hat, nur ausgedacht sind, wilde und grausame Fantasien und fernab jeder Realität. Denn wenn nicht, wäre Tomomi Ishikawa vielleicht eine Seriemörderin. Und vielleicht, ganz vielleicht, ist sie auch gar nicht tot. Für Ben wird die Trennung von Realität und Fiktion immer schwieriger…

Als Leser fiebert man mit Ben förmlich mit. Am Anfang des Romans steht ein Gespräch zwischen Ben und Tomomi über ein gemeinsames Buch, dass man bei Gelegenheit schreiben könnte. Danach folgt bereits der Abschiedsbrief und sowohl der Protagonist als auch der Leser stehen etwas ratlos und verloren da. Ben durchsucht die Wohnung seiner Freundin aber immer mehr Dinge verschwinden daraus. Nur Butterflys Laptop könnte Ben auf die richtige Spur bringen. Auf der fast leeren Festplatte finden sich Fotos zu und Recherchen über Orte in Paris, ein Ordner namens „Meine Toten“, sowie ein Unterordner mit dem Titel „Ben Constable“…

Zugegeben, die ersten Seiten des Romans lasen sich etwas ungewohnt. Tomomi schreibt in endlos wirkenden Sätzen die vom Stil her eher an Briefromane des späten 19. Jahrhunderts denken lassen. Doch sehr schnell war ich von dem Verwirrspiel gefesselt, das sich vor mit ausbreitete. Ben und seine imaginäre Katze Cat (der wohlmöglich beste imaginäre Freund überhaupt) versuchen, Tomomis Hinweise zu entschlüsseln und stoßen auf immer schockierendere Details aus deren Leben. Die drei Leben der Tomomi Ishikawa sind fast schon ein Buch im Buch. Denn Ben ist nicht nur eine der Hauptfiguren des Romans, sondern überraschenderweise auch der Autor des vorliegenden Buches. Beim Lesen hatte ich irgendwann das Gefühl, die Story durchschaut zu haben, um dann in den letzten Kapiteln doch wieder auf Ungereimtheiten zu stoßen, die meine Theorien auf den Kopf stellten. Dieses clever verwobene literarische Psychospiel kommt sehr unkonventionell und düster  daher und ist für alle, die nach dem etwas anderem Buch für verregnete Herbsttage suchen, die richtige Wahl! [Mercedes]

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