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Die Chronik des Eisernen Druiden – Gehetzt

Autor: Kevin Hearne

Genre: Fantasy

Verlag: Klett Cotta Verlag

Preis: 16.95 € €

ISBN 978-3-608-93930-9

Atticus O’Sullivan, ein junger Ire, hat sich mit seinem Wolfshund Oberon ein friedliches Leben in Arizona aufgebaut. In seiner Buchhandlung verkauft er okkulte Schriften und magischen Schnickschnack. Warum es ihn in den Südwesten der USA verschlagen hat, ist leicht nachvollziehbar: Hier ist die Götterdichte schlichtweg geringer und es gibt so gut wie keine Feen. Moment! Götterdichte? Feen? Spätestens an dieser Stelle ist dem geneigten Leser klar, dass er es mit Urban Fantasy zu tun hat. Denn Atticus heißt eigentlich Siodhacchan Ó Suileahbháin, ist über 2.100 Jahre alt (wobei sich 21 immer besser anhört, wenn er denn mal auf sein Alter angesprochen wird) und besitzt neben seiner Gabe, sich die Erdmagie zu Eigen zu machen, ein uraltes magisches Schwert namens Fragarach. Und genau dieses Schwert ist der casus belli im ersten Band, denn eine sehr verärgerte keltische Gottheit, Aenghus Óg, ist hinter diesem Objekt der Begierde her. Und schmiedet so ganz nebenbei auch Mordpläne gegen Atticus. Damit sind Atticus Probleme aber beileibe noch nicht zu Ende. Der ortsansässige Hexenzirkel, mit dem er bislang immer recht gut ausgekommen ist, bereitet dem Iren zunehmend Schwierigkeiten. Und dann ist da noch seine Leidenschaft für das weibliche Geschlecht, vor allem in Form von Göttinnen, die ihm immer wieder das Genick zu brechen droht…

Die Reihe um Atticus war ursprünglich als Comic geplant, was man dem sehr dynamischen Handlungsverlauf und dem Hauptcharakter, der charmant, elegant und mit Humor durch alle Katastrophen stolpert, anmerkt. Die Schauplätze wechseln oft, ständig ist Atticus in Aktion oder trifft auf neue Personen. Da die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt wird, ist man als Leser immer unmittelbar im Geschehen. Die Dialoge zwischen Atticus und Oberon, dem er in mühevoller jahrelanger Arbeit das Gedankensprechen beigebracht hat, gewinnen so noch zusätzlich an Witz. Atticus neigt zur Selbstironie, ist sarakastisch und ein klein wenig Paranoid – was ihn zu einem lesenswerten Protagonisten macht. Der Roman wartet mit einigen sehr schönen Nebenfiguren auf, wie etwa Atticus‘ irische Nachbarin, die gerne dem Alkohol zuspricht, oder seinen Anwälten, einem Werwolf-Vampir-Gespann, welches dem Druiden immer wieder aus der Patsche helfen muss.

Im Roman stößt man alle Nase lang auf keltische Götternamen und Namen mythischer Ortschaften, die dankenswerterweise in Kapitälchen verfasst und im Anhang mit Aussprache-Hinweisen aufgelistet sind. Zusätzlich wird die Kriegs- und Todesgöttin Morrigan, eine meiner persönlichen Lieblingsfiguren im Roman, immer mit „die MORRIGAN“ bezeichnet, und fällt dadurch schon (positiv) aus dem Rahmen. Somit sind in diesem Buch sogar Inhalt und Schriftsatz gut aufeinander abgestimmt – da hat der Klett Cotta Verlag alles richtig gemacht!

„Die Chronik des Einsernen Druiden“ wurde mir von einer Freundin ans Herz gelegt, mit dem Kommentar: „Das Buch liest sich wie die ‚Rachel Morgan‘-Bände, nur mit einem Mann als Hauptfigur“. Recht hat sie!

Von mir gibt es für den Eisernen Druiden eine klare Leseempfehlung für alle Fans von lockerer Urban Fantasy!   [Mercedes]

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