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Die Besteigung des RumDoodle

Autor: William E. Bowman

Genre: Belletristik und Hörbuch

Verlag: Der Hörverlag

Preis: 9,99 € €

ISBN 978-3-551-79189-4

Anfang der 1950er Jahre macht sich eine Gruppe von sieben hoffnungsvollen Expeditionsteilnehmern auf, die „letzte Zitadelle der Natur“, den höchsten Berg der Welt im weit entfernten Yogistan zu erobern. Yogistan? Moment. Gibt es das überhaupt? Egal, denn hier beginnt bereits die herrliche Parodie auf die Bergesteigerberichte des vergangenen Jahrhunderts.

In Yogistan machen sich die sieben heroischen Briten auf, zu leisten, was noch kein Mann vorher geleistet hat. Dabei könnte die Reisegruppe unfähiger nicht sein. Treffen hier doch ein unstrukturierter Wissenschaftler, ein Logistiker, der nicht planen kann, ein Pfadfinder, der sich immer verläuft, ein Fotograf, der Filme nicht vernünftig belichten kann, ein Linguist, der die Landessprache der Träger nicht spricht, ein Arzt, der Champagner für ein Allheilmittel hält und ein Major, der vor lauter „Trägheits-Symptomen“ nicht in der Lage ist, irgendetwas außer „sich ausruhen“ zu leisten, aufeinander. Dazu gesellt sich noch ein Einheimischer, der mit seinen Kochkünsten dem Team mehr als nur Magenschmerzen bereitet. Der Ich-Erzähler, Binder, seines Zeichens Expedtionsleiter und verantwortlich für Wohl und Wehe seiner Gruppe, ist nach Kräften bemüht, seine Mannschaft anzutreiben. Er meditiert regelmäßig über Führungsqualitäten und versucht kameradschaftliche Freundschaften aufzubauen. Dazu verwickelt er seine Mannen in psychologische Gespräche, die an Skurilität kaum zu überbieten sind, enden sie doch meistens damit, dass er äußert verwunderliche Geschichten über die jeweiligen Bräute der Herren erfährt, die er nicht im Geringsten anzweifelt. Jedem Missgeschick der Expedition begegnet Binder mit stoischer Gelassenheit – es könnte ja immer schlimmer kommen. Binders Bericht sprüht nur so vor sorgsam artikulierten Vorurteilen gegen die einheimische Bevölkerung. Die anfangs 3.000 Träger, die den Tross begleiten, werden von den britischen Herren beständig als Wilde empfunden, als ungehobelt, ungebildet und unfähig, obwohl ohne sie ein Scheitern der Expedition schon zu ihrem Beginn unausweichlich gewesen wäre.

‚Die Besteigung des Rum Doodle’ erschien 1956 als satirischer Text, der drei Jahre nach der Erstbesteigung des Mount Everests durch Sir Edmund Percival Hillary und seinen Sherpa Tenzing Norgay parodierte. William Ernest Bowmans fiktiver Roman über die Besteigung des 40.000 1/2 Fuß hohen Berges Rum Doodle ähnelt vom Stil sehr den typischen britischen pathosgetränkten Expeditionsberichten zwischen den 30er und 50er Jahren des vergangen Jahrhunderts. Diese Satire auf den Größenwahn des „weißen Mannes“, auf Ehrgeiz, Vorurteile und falschen Stolz ist als Hörbuchfassung einmalig gelungen!
Jürgen von der Lippe liest diese bissige Satire mit so viel Spaß an der Sache, dass ich als Hörer an vielen Stellen Lachtränen wegblinzeln musste. Für mich ist ‚Die Besteigung des Rumdoodle’ das humorvollste Hörbuch seit langem. Ein absoluter Hörgenuss! [Mercedes]

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