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Der Zeichner der Finsternis

Autor: Ilsa Bick

Genre: Jugendbuch

Verlag: Aufbau Verlag

Preis: 14.99 € €

ab 15 Jahren

ISBN 978-3-351-04142-7

Christian lebt in einer amerikanischen Kleinstadt, wo er auch an die Highschool geht. Als er noch sehr klein war, verschwinden nacheinander seine Eltern. Seitdem lebt er bei Onkel und Tante, die sich liebevoll um ihn kümmern, obwohl er schon recht seltsame Eigenheiten hat. Beispielsweise zeichnet er ständig die Augen seiner Mutter. Er bemalt die Wände seines Zimmers mit einer gespenstischen Landschaft. Oder er malt wie in Trance im Zeichenunterricht ein Bild, bei dessen Anblick seine Lehrerin kalkweiß wird. Am nächsten Tag ist sie tot und in ihrem Abschiedsbrief beschuldigt sie ihn als Auslöser ihrer Entscheidung, da er ihr dieses eine Bild aus dem Kopf gestohlen habe. Und er sieht und zeichnet noch viel mehr – mit tödlichen Folgen. Fast ist er soweit, sich auf seine Weise von dieser Welt zu verabschieden, als er vom Sheriff auf den Boden der Tatsachen gebracht wird: Die Großscheune des einflussreichsten Mannes der Stadt wurde in der Nacht mit einer merkwürdigen Parole und mit Hakenkreuzen beschmiert – und sämtliche Beweismittel sprechen gegen Christian. Hat er geschlafwandelt oder will ihm Jemand gefälschte Indizien unterjubeln? Und was hat das alles, so weitab von Europa, mit Nazionalsozialisten zu tun?

‚Der Zeichner der Finsternis’ verknüpft historische Fakten mit psychologischen Theorien und fantastischen Elementen. Die Art und Weise, wie die Geschichte aufgebaut ist, vermengt das alles zu einer ganz eigenen, unverwechselbaren Mischung. Die Protagonisten wechseln zwischen tiefenanalytischen Therapiegesprächen, rein formaler Handlung und intensiv beschriebenen Rückblicken zu Schlüsselereignissen in der Vergangenheit. Die Geschehnisse reihen sich dabei brutal und logisch zugleich aneinander und die Historie, auf der sie beruhen, nimmt vor den Augen des Lesers regelrecht plastisch Gestalt an.

Obwohl ich mit den Themen Nationalsozialismus und Kriegsschuld längst übersättigt bin und trotz der teilweise arg gestellten Analysegespräche, hatte das Buch etwas an sich, was mich immer wieder an dessen Seiten zurückzog. Ein unterschwellig düsteres Gefühl, die Faszination am Unerklärlichen? Denn gerade die Frage zu den verschollenen Eltern blieb am Ende der Geschichte offen und würde theoretisch nach einer Fortsetzung verlangen. [Britta]

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