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Der verlorene Thron

Autor: Brian Staveley

Genre: Fantasy

Verlag: Heyne Verlag

Preis: 14.99 € €

ISBN 978-3-453-31661-4

Der Kaiser Sanlitun des Reiches Annur fällt einem heimtückischen Anschlag zum Opfer, der offenbar religiös motiviert gewesen ist. Thronerben sind seine drei Kinder, die jedoch seit acht Jahren keinen Kontakt mehr zueinander haben. Denn der Kaiser hatte jedem von ihnen eine eigene Bestimmung zugedacht gehabt. Kaden, der älteste Sohn und damit Thronerbe, wächst in einem Bergkloster in einem Mönchsorden auf, fernab jeder Zivilisation und damit auch fernab potentieller Monarchie-Feinde. Valyn durchläuft auf einer abgelegenen Insel die Ausbildung zum Elitekrieger und Spion. Adare, die willensstarke Tochter des Kaisers, ist entschlossen, als oberste Finanzministerin am Kaiserhof den Tod ihres Vaters aufzuklären und zu rächen. Auf ihrer Suche nach dem Attentäter stößt sie auf eine ungeheure Intrige, denn offenbar war der Mörder kein Einzeltäter. Zu dritt wären die Geschwister sicher imstande, das Kaiserreich Annur zu bewahren. Doch jemand trachtet nach den Leben der Thronerben.

Drei Erben, ein Kaiserreich, ein intriganter Plan, das Kaiserhaus auszulöschen. Brian Staveley hat in seinem Debut alle Elemente spannender, epischer Fantasy zusammengebracht.

Wie es sich für High-Fantasy gehört hat der Autor eine durch und durch detaillreiche eigene Welt erschaffen, inklusive eigener Götterwelt, Historie und politischem System. Staveley neigt dabei zu vielen ausführlichen Erklärungen und philosophiert auch gerne mal über Religionsverständnis oder Kriegstechniken. Der Autor lässt sich dabei Zeit, seine Romanwelt aufzubauen und alle wichtigen Hintergründe vorzustellen, die Figuren zu entwickeln. Doch dabei befindet er sich bei epischen Fantasyromanen ja in bester Gesellschaft.

Verschweigen sollte man vielleicht nicht, dass der Roman mit viel Brutalität, Grausamkeiten und Blut gespickt ist. Valyn und Kaden durchlaufen beide eine knallharte, fast schon unmenschlich brutale Ausbildung mit hohen Ansprüchen an Körper und Geist. Derart gestählt werden sie natürlich vom Feind unterschätzt und können zum Gegenschlag ausholen.

Erzählt wird abwechselnd aus der Perspektive der drei Geschwister, lediglich Adares Sicht kommt etwas zu kurz. Sie steht als vermeintlich schwache Frau inmitten der politischen Ränke und ist die einzige Verbindung der Brüder zum Thron. Nach einem etwas langsamen Start entwickelt der Roman im letzten Drittel dann viel Dynamik, die einzelnen Handlungsstränge werden verzahnt, der Spannungsbogen steigt enorm, während immer mehr Zusammenhänge klar werden.

‚Der verlorene Thron’ ist ein durchweg gelungenes High-Fantasy-Debut des Autors Brian Staveley, auch wenn der Einstieg in die Romanwelt Annur etwas holperig ist. Für mich hat dieses facettenreiche Erstlingswerk viel Potential und gleicht fast schon einer (gut erzählten) Einführung in die Welt von Annur, die in den Folgebänden mit Sicherheit ausgebaut werden wird. Ich warte nun ungeduldig auf den zweiten Band, der noch in diesem Herbst erscheinen wird.

[Mercedes]

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