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Der Rithmatist

Autor: Brandon Sanderson

Genre: All Age, Fantasy und Jugendbuch

Verlag: Heyne Verlag

Preis: 14,99 € €

ab 12 Jahren

ISBN 978-3-453-26986-6

Joel ist Schüler einer Akademie für Rithmatisten. Dort ist er sogar einer der Besten. Doch das nutzt ihm wenig. Denn Joel wird  niemals Magier werden; er kann nicht zaubern. Während die meisten seiner Mitschüler die benötigte magische Begabung mitbringen, um berühmte oder doch zumindest fähige Rithmatisten, also Kreidemagier, zu werden, bleibt für Joel nur die graue Theorie. An der Armedius-Akadamie lernen normale Schüler wie er einer ist, neben den erwählten Rithmatisten und so kommt Joel immer wieder in Berührung mit der Kreidemagie. Seit die Menschen die sogenannten Vereinigten Inseln besiedelt haben, ist der Kampf gegen die sogenannten Kreidlinge zum Dauerkrieg geworden und ausgebildete Rithmatisten sind Helden, die gegen diese magischen Wesen antreten. Joel wäre gern einer von ihnen. Er eignet sich wie verbissen in jeder freien Minute alles Wissen über Rithmatik, Geometrie, Zeichnen und Mathematik an, was auch immer ihm in die Finger kommt. Vergebens! Auch wenn er bessere Kreideformen zeichnen kann, als viele seiner gleichaltrigen Mitschüler, seine Kreidefiguren bleiben leblos.

In den Sommerferien  bekommt Joel die Möglichkeit, als Aushilfe des Rithmatik-Professors Finch zu arbeiten. Hier kommt ihm sein Interesse und seine Begabung für das exakte Zeichnen geometrischer Figuren mehr als zu Gute. Als sich merkwürdige Ereignisse an der Akademie häufen und Rithmatik-Schüler spurlos verschwinden, wird Joel als Assistent des Professors in die Ermittlungen mit einbezogen. Unterstützung bekommen die beiden von der eher mittelmäßigen Rithmatik-Schülerin Melody, die ihrerseits vieles dafür geben würde, einfach normal zu sein.

Wieder einmal hat es Brandon Sanderson geschafft, ein eigenständes, absolut kreatives Magie-System zu erfinden und daraus einen spannenden Roman gemacht, der zwar ab 12 Jahren empfohlen wird, welcher aber auch für erwachsene Leser ein Genuß ist.

Sanderson erklärt sowohl die Theorie der Rithmatik, als auch Kampftaktiken und geschichtliche Entwicklungen zu selbiger glaubwürdig und schlüssig. Magie wird hier zur Wissenschaft! Die Kreidemagie wird mit vielen Zeichnungen erklärt und nachvollziehbar gemacht und hat mich fasziniert. Die Vorstellung, Kämpfe durch zeichnende Magier austragen zu lassen, dürfte einmalig sein.

Joels Geschichte spielt in einer Fantasywelt, die viele Parallelen zu unserer Realität hat – aber auch wieder deutliche Unterschiede aufweist. Es gibt keine Autos, dafür steampunkige, uhrwerksbetriebene Fahrzeuge mit großer Laufweite, um nur ein Beispiel zu nennen. Auch die Kleidung erinnert eher an das viktorianische England, durchsetzt mit Steampunkelementen.

Dieser Roman ergeht sich nicht in endlose Action-Szenen, sondern hat viele ruhigere Abschnitte, die sich mit der Rithmatik und den Schülern der Akademie befassen. Die Armedius-Akademie erinnert an die Eliteunis in England oder Amerika und die scharfe Trennung zwischen magiefähigen und nichtfähigen Schülern, oft gleichbedeutend zwischen reich und arm, tritt immer wieder deutlich zu Tage. Die Rithmatisten sind keineswegs alle so erhaben und zivilisiert, wie proklamiert, was im Lauf der Handlung immer wieder Thema wird.

Einiges erinnert an die Harry Potter-Romane, doch ‚Der Rithmatist‘ braucht sich nicht hinter Rowlings Werken zu verstecken. Tolle Ideen, spannende Handlung, glaubwürdige Charaktere, flüssiger Schreibstil – hier passt einfach alles. Mir hat ‚Der Rithmatist‘ viel Spaß gemacht und ich hoffe auf eine baldige Fortsetzung!  [Mercedes]

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