Zum Shop

Der Marsianer

Autor: Andy Weir

Genre: Science Fiction

Verlag: Heyne Verlag

Preis: 14,99 € €

ISBN 978-3-453-31583-9

„Ich bin so was von im Arsch.“ Selten hat mich ein erster Satz so irritiert und so neugierig gemacht wie in ‚Der Marsianer‘.

Der Astronaut Mark Watney, dessen Tagebuchaufzeichnungen wir in den Händen halten, hat ein Problem. Ein großes Problem. Bemannte Marsmissionen sind inzwischen Realität geworden und mit der „Ares 3“ ist nun schon die dritte Astronauten-Crew auf dem Roten Planeten gelandet, um dort wichtige Forschungsarbeit zu leisten. Bei dieser Expedition bricht jedoch die rote Hölle los und Mark und seine Crew geraten in einen Sandsturm, der sie zwingt, die Mission bereits nach sechs Tagen vorzeitig abzubrechen, um das Leben der Astronauten zu retten. Dummerweise muss Mark, als er aus der Bewusstlosigkeit erwacht feststellen, dass er alleine ist. Ganz alleine. Auf dem Mars. Nahrung und Sauerstoff sind mehr als knapp bemessen, denn die Expedition sollte nur dreißig Tage dauern. Das Kommunikationssytem zur NASA ist zerstört und Marks Crew ist bereits auf dem Rückweg zur Erde. Die nächste Marsmission, die zur Rettung ausgesandt werden könnte, ist noch vier Jahre entfernt. Und seine Crew, sowie alle Verantwortlichen auf der Erde, gehen ohnehin zwangsläufig davon aus, dass Mark tot ist – der erste Mensch, der auf dem Mars gestorben ist – denn seine Biomonitore senden keine Daten mehr.

Zwei wichtige Verbündete stehen Mark jedoch zur Seite: Sein unerschütterlicher trockener Humor und sein Erfindungsreichtum. Mark ist der Biologe und Ingenieur des Teams und damit so etwas wie der unzerstörbare McGyver untern den Astronauten. Es gibt für jedes Problem eine Lösung. Sei sie auch noch so abwegig. Er schafft es immer wieder, äußerst riskante Ideen in die Tat umzusetzen, die ihn entweder töten oder das Leben retten könnten. Doch welche Wahl hat er schon? Mark beginnt einen beeindruckenden Überlebenskampf. Er will durchhalten, so lange wie irgend möglich. Denn vielleicht kann die NASA ja doch Kontakt herstellen, sei er noch so rudimentär.

Natürlich ist die Grundidee, einen Protagonisten mitten im Nirgendwo stranden zu lassen, nicht neu. Spätestens seit Robinson Crusoe wissen wir, wie man als Selfmademan auf einem verlassenen Flecken Erde überlebt. Der Kniff, die Story in den Weltraum zu versetzen, ist dagegen äußerst reizvoll, denn auf dem Mars kann so gut wie alles töten – bis hin zum Sauerstoff! Die Ich-Perspektiven des Log-Buchs werden immer wieder durchbrochen von Berichten über die verzweifelten Versuche der NASA, ihren Astronauten zu retten – denn es ist nun mal ganz schlechte Publicity, jemanden auf den Mars zu vergessen. Der ganze Roman wirkt auf mich sehr realistisch, ein „Was wäre wenn“-Szenario im Weltraum, das nicht nur für Science Ficition Fans spannend ist.

‚Der Marsianer‘ hat mich schlichtweg begeistert. Andy Weir erklärt naturwissenschaftliche Hintergründe und Technisches detailliert, ohne dabei in dröges Referieren abzudriften, so dass man Marks Überlebensversuche selbst als Physik-Laie noch gut nachvollziehen kann. Der Spannungsbogen steigt und steigt bis zum großartigen Showdown, welcher vielleicht nicht überraschend aber doch sehr stimmig umgesetzt ist. Der Marsianer ist, neben Neil Gaimans Der Ozean am Ende der Straße mein aktueller Favorit des Bücherjahrgangs 2014. [Mercedes]

Mehr Buchtipps von Mercedes Töller