Zum Shop

Der Kinderdieb

Autor: BROM

Genre: Fantasy

Verlag: Droemer/Knaur Verlag

Preis: 14.99 € €

ab 16 Jahren

ISBN 978-3-426-50688-2

Hier geht es zur Leseprobe.

Peter Pan? Den kennt doch jeder! Die Geschichte um den Jungen, der nie erwachsen wird, im grünen Gewand durch die Gegend fliegt, immer in Begleitung der Fee Tinkerbell unterwegs ist und den Kampf gegen den fiesen Kapitän Hook sucht. Dieser Peter Pan ist spätestens mit dem Disney-Zeichentrick-Klassiker in allen Kinderzimmern angekommen.

Aber was, wenn das „Nimmerland“ ganz anders ist, als wir es uns vorstellen? BROM hat, basierend auf dem Roman von J. M. Barrie, eine ganz eigene verstörend-grausame Welt erschaffen, die den Leser in ihren Bann zieht. Und diese Peter Pan-Variante gehört nicht in die Hände von Kindern! Der Kinderdieb ist nichts für Zartbesaitete, es wird ordentlich gemetzelt.

Zu Beginn des Romans lernen wir den „Kinderdieb“ Peter näher kennen. Er ist in der Menschenwelt, unserer Welt, und immer auf der Suche nach ausgestoßenen Kindern am Rande der Gesellschaft, denen er seine Hilfe und seine Freundschaft anbietet. Haben Sie erst einmal Vertrauen zu Peter gefasst, folgen Sie ihm – überallhin. Auch durch den Nebel, der sie direkt ins Nimmerl… nein, nach Avalon führt, der Insel der Magie. Jeder, den Peter rettet, landet bei den Teufeln, quasi den verlorenen Jungs, bei denen das Gesetz des Stärkeren gilt. Die Jungen erhalten eine Art Kampfausbildung an deren Ende sie in die Gemeinschaft der Teufel aufgenommen werden. Während Nick, ein Junge, den Peter auf seiner Flucht vor Drogendealern gerettet und durch den Nebel gebracht hat, sich bei den Teufeln bewähren muss, ist Peter selbst in eine viel gefährlichere Geschichte verwickelt. Seit Jahrtausenden kämpft er gegen den Kapitän und seine Menschenfresser, doch Avalon droht zu fallen, und eine Rettung scheint unmöglich.

Alte Motive neu zu verknüpfen ist eine von Broms Stärken. Trotz aller Anlehnungen an die irisch-keltischen und nordischen Mythologien, hat Brom eine eigenständige Welt geschaffen. Peter ist kein Sympathieträger und auch sonst ist es schwer, unter den eigentlich Guten des Romans freundliche Charaktere oder Gutmenschen ausfindig zu machen. So faszinierend unwirklich die Welt Avalons ist, so realistisch und scharf gezeichnet sind die Handlungsfäden, die in New York spielen. Brom zeigt alle Arten von menschlicher Widerwärtigkeit, die unsere Gesellschaft beinhaltet. Verelendung, alltägliche Gewalt und Drogenmissbrauch, ja sogar Pädophilie lässt die realen Monster unserer Zeit fast noch erschreckender wirken, als die mythischen Monster Avalons. [Mercedes]

Mehr Buchtipps von Mercedes Töller