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Der erste Tod der Cass McBride

Autor: Gail Giles

Genre: Jugendbuch

Verlag: Thienemann Verlag

Preis: 13.90 € €

ab 15 Jahren

ISBN 978-3-522-20126-1

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Cass McBride ist hübsch, talentiert, zielstrebig und ehrgeizig. Nur das Beste ist gut genug für sie, weswegen sie dem unscheinbaren Looser, der sie um ein Date bittet, freundlich den Kopf zurecht rückt. Nur um kurz darauf einen bissigen Kommentar über ihn auf einem Zettel für die Freundin zurückzulassen. Aber nicht die Freundin findet den Zettel, sondern der Verspottete selbst – am nächsten Tag ist er tot. Für seinen älteren Bruder steht fest, wer die Verantwortung dafür zu tragen hat. Und in der folgenden Nacht kommt er Cass holen. Die verwöhnte Highschool-Queen erwacht mit dröhnendem Schädel sechs Fuß unter der der Erde in ihrem eigenen Sarg, nur durch ein winziges Luftloch und ein Walki Talki mit der Außenwelt verbunden. Doch wie könnte man bei klarem Verstand bleiben, wenn der einzige Zuhörer einem den Tod wünscht und man zusehends spürt, wie die Körperfunktionen nacheinander versagen?

Dieser Psychothriller geht unter die Haut. Die Perspektiven wechseln zwischen der Sicht von Kyle, Cass und derjenigen der Ermittler. Die Suche nach dem vermissten Mädchen gestaltet sich trotz ihrer Berühmtheit schwierig, denn je mehr Klassenkameraden befragt werden, desto mehr Gerüchte über sie kommen auf, was in immer mehr Ermittlungsansätze weiterführt. Auch gibt es nicht Wenige, die ihr Böses gewünscht hätten. Die Überlegungen und Ergebnisse der Polizisten sind erstaunlich nachvollziehbar geschildert, der Einfluss der Eltern auf die späteren Entwicklungen ungeschönt dargestellt. Cass gelingt es tatsächlich, nur mit ihren Worten aus dem Grab heraus gezielt zu manipulieren. Doch diese Beeinflussung braucht Zeit zum Wirken, das Einzige, was sie nicht hat. Der Leser kommt nicht umhin, sich streckenweise als sensationslüsterner Beobachter und somit unangenehm berührt zu fühlen. Und dann sind da natürlich noch die Gespräche zwischen den beiden so unterschiedlichen Jugendlichen, das leise Reden zwischen Opfer und Täter. Und das aufkommende Verständnis für das Verhalten des Anderen.

‚Der erste Tod der Cass McBride’ gilt als Jugendroman für „ab 15 Jahren“. Sicherlich hat das auch ein Wenig damit zu tun, dass die Autorin Highschool-Lehrerin ist und bereits eine ganze Reihe solcher Jugendthriller geschrieben hat, in denen das Grauen unblutig daher kommt und größtenteils der lebhaften Phantasie überlassen wird. [Britta]

 

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