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Den Mond aus den Angeln heben

Autor: Gregory Hughes

Genre: Jugendbuch

Verlag: Carlsen Verlag

Preis: 15.90 € €

ab 12 Jahren

ISBN 978-3-551-58248-5

Bob und seine kleine Schwester, Marie Claire (oder kurz „die Ratte“ genannt), leben gemeinsam mit ihrem Vater dicht an einem Reservat in einem prärieartigen, einsamen Landstrich Kanadas. Und vielleicht ist das gut so, denn wenn die Kleine auch das sonnigste Gemüt auf Erden hat, so hat sie zugleich auch verwirrende Angewohnheiten, Krampfanfälle und Visionen. Letztere mit einer starken Tendenz dazu, sich zu bewahrheiten. Als der kleinen Familie ein Unglück widerfährt steht für Bob fest, dass jetzt nur noch der lange verschollene Onkel Joey aus New York helfen kann und dieser schnell gefunden werden muss. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion machen sich die Kinder auf den Weg in die Riesenmetropole, einzig das Wissen im Handgepäck, dass dieser Verwandte wohl eher in einem der schäbigeren Teile der Stadt zu finden sein dürfte, wenn er doch ein berüchtigter Drogendealer sein soll!

Die Reise der Kinder liest sich spannend und rührend zugleich. Egal was für überraschende oder beängstigende Erlebnisse sie miteinander teilen, als Leser weiß man eines ganz sicher: Die „Ratte“ ist eine so durch und durch ungewöhnliche Person, dass sie eine genauso außergewöhnliche Lösung aller Probleme heraufbeschwören muss, um die Reise zu überstehen. Und Bob hält zu ihr, durch dick und dünn. Denn wenn die Zehnjährige sich auch mit fast jedem Verbrecher, Metzger, Star, den Cafébedienungen, Straßenhändlern, Pagen oder Zollbeamten prima versteht, so wird sie doch niemals imstande sein, sich in eine vorgegebene Rolle in der Gesellschaft zu fügen und so wie andere Kinder oder Erwachsene systemkonform zu existieren!

‚Den Mond aus den Angeln heben‘ lebt von der liebevollen Sorge des jugendlichen Erzählers um seine Schwester und der enorm positiven Ausstrahlung dieser kindlichen Hauptfigur, mit all ihren unvoreingenommenen Aktionen. Die letzten Seiten glitten mir melancholisch durch die Finger, doch das war bei dem stets mitschwingenden philosophischen Untertönen nicht anders zu erwarten gewesen – und absolut angemessen für ein Buch, welches sich wohltuend vom Durchschnitt abhebt! Es müsste schon Einiges passieren, um diese tragisch-schöne Geschichte um das Leben in diesem Winter vom Platz 1 meiner persönlichen Jugendbuch-Top-Ten zu verdrängen. [Britta]

 Nur noch als Ebook erhältlich.

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