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Das verbotene Eden – David und Juna

Autor: Thomas Thiemeyer

Genre: Jugendbuch

Verlag: Droemer/Knaur Verlag

Preis: 9.99 € €

ab 14 Jahren

ISBN 978-3-426-28360-8

Hier geht es zur Leseprobe.

Eine Pharmafirma hat einen Grippevirus in Umlauf gebracht, um ein Medikament dagegen verkaufen zu können. Nur mutiert dieser Virus und sorgt dafür, dass sich Männer und Frauen hassen. So 65 Jahre später ist die Menschheit größtenteils ausgerottet, die Überlebenden haben sich aufgespalten: die Frauen sind „back to nature“, haben neue, natürliche Gemeinschaften gebaut, leben möglichst im Einklang mit der Natur und verehren drei Hauptgöttinen (die an die Nornen erinnern) und mehrere 100 Nebengöttinnen. In vielen kleinen Gemeinschaften bebauen sie das Land. Die Männer hausen in den Ruinen der verfallenden Städte. Regiert werden sie entweder von Warlords, oder von der Kirche. Die Angehörigen der „Heiligen Lanze“ überfallen regelmäßig die Frauengemeinschaften. Es ist abgesprochen, dass sie ein Zehntel der Ernte nehmen dürfen und empfängnisbereite Frauen begatten, um für Nachkommenschaft zu sorgen und um einen Krieg zu verhindern, denn die Männer haben in den Städten wenig Nahrung. Dann gibt es in den Klöstern eine Rattenplage, deshalb eine Missernte und die Überfälle werden immer brutaler: sie nehmen viel mehr und fackeln die Dörfer ab, töten sogar Frauen. Der derzeitige Inquisitor scheint einen Krieg provozieren zu wollen und befiehlt immer mehr Gewalt, während er gleichzeitig es so darstellt, als seien die Männer die Opfer und die Frauen würden angreifen.

Bei den Frauen werden wegen der Gewalt immer mehr Stimmen laut, die männlichen Säuglinge nicht mehr abzugeben, sondern wenige als „Zuchtsklaven“ zu behalten, die anderen zu töten und die erwachsenen Männer zu bekämpfen. So sollte sich das Problem lösen lassen.
In den ganzen Kuddelmuddel begegnen sich der junge Mönch David, der eigentlich nur an (teilweise verbotenen) Büchern interessiert ist, und die Kriegerin Juna, die auch Tochter der Hohepriesterin ist. Diese ist gegen den Krieg, aber Juna will sich rächen…

Ich bin etwas zwiegespalten. Bei einem Jugendbuch erwarte ich keine streng wissenschaftliche Herleitung, aber die ganze Virusgeschichte war mir dann doch zu hanebüchen, und in den Gesellschaftssystemen klaffen gewaltige Logiklücken. Außerdem waren die Viren ja bekannt, und zumindest zu Beginn existierte noch die ganze Ausrüstung: hat denn keiner versucht ein Gegenmittel zu entwickeln? Die Geschichte ist größtenteils spannend geschrieben, aber doch sehr vorhersehbar. Auch sind alle Charaktere recht schablonenhaft und plakativ: der bescheidene, ehrlich Mönch, der hassende Inquisitor, die Kriegstreiber auf beiden Seiten… alle Charaktere zeichnen sich durch nur einen hervorstechenden Zug aus, differenziertes Handeln findet man nirgends. Und auch wenn ich weiß, dass sich Fanatiker nicht durch übermäßige Logik auszeichnen, kann ich es einfach nicht ertragen, wenn Charaktere sich so übermäßig dämlich verhalten. Wirklich jedem muss doch klar sein, dass NUR Männer oder NUR Frauen auf lange Sicht nicht überleben können.
Aber wie gesagt: es war ein Jugendbuch, keine wissenschaftlich-philosophische Abhandlung, und die Dystopie war interessant. Man fand schnell in den Roman hinein und es machte trotzdem Spaß, ihn zu lesen. Deshalb 4 von 5 Sternen* von mir.

[Gastrezension von YdB] * YdB vergibt Wertungen von 1 bis 5 Sternen

 

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