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Das letzte Einhorn

Autoren: Peter B. Gillis, Peter S. Beagle, Ray Dillon und Renae de Liz

Genre: Comic

Verlag: Panini Verlag

Preis: 16.95 € €

ISBN 978-3-86201-066-0

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Panini hat im Mai die amerikanische Comic-Adaption von Peter S. Beagles berühmten Roman „’Das letzte Einhorn‘ als Graphic Novel bzw. Comic-Adaption herausgebracht. Der deutsche Sammelband beinhaltet alle sechs Einzelhefte, die in den USA erschienen sind. Auf über 160 Seiten wird einer der schönsten Fantasyromane wieder zum Leben erweckt. Versehen ist die Ausgabe mit einem Vorwort des Autors Peter S. Beagle, dem übrigens die Comic-Adaption sehr zugesagt hat!

Als großer Fan des Romans und der Zeichentrick-Verfilmung stand ich dem Ganzen zunächst etwas skeptisch gegenüber. Würde die Adaption dem Flair und der traurig-schönen Atmosphäre von Buch und Film gerecht werden können?

Für alle, die weder Roman noch Film kennen, umreiße ich kurz den Beginn der Handlung: Eine Einhorndame lebt in ihrem Wald, der durch ihre Zauberkraft geschützt ist. In diesem Wald wird es nie Winter und Jäger können niemals Wild erbeuten. Die magischen Kräfte des Einhornes durchwirken das ganze umgebende Land. Durch ein belauschtes Gespräch zwischen Jägern erfährt die Einhorndame, dass sie wohlmöglich die letzte ihrer Art sein könnte – und dieser Gedanke lässt das Einhorn nicht mehr los. Was, wenn es wirklich so ist? Wohin sind dann all die anderen Einhörner verschwunden? Ein wirr redender Schmetterling berichtet ihr schließlich davon, dass all ihre Artgenossen von einem geheimnisvollen Roten Stier vertrieben wurden, einem Untier, das gnadenlos Einhörner jagt und nicht eher ruht, bis auch das letzte verschwunden sein wird. Zunächst zögerlich macht sich das Einhorn auf den Weg, um dieses Geheimnis zu lüften. Während ihrer Reise lernt sie, dass Menschen es verlernt haben, Einhörner zu erkennen. Sie wird nur als weiße Stute wahrgenommen. Doch magisch begabte Wesen sehen, was sie wirklich ist. Relativ schnell wird das unbedarfte Einhorn daher von einer bösen Hexe, Mammy Fortuna, gefangen genommen. Fliehen kann sie nur durch die Hilfe des Zauberers Schmendrick, der leider wenig begabt in Sachen Magie ist. Später schließt sich die Räuberbraut Molly Grue der Gruppe an. Ob sie zusammen den Roten Stier finden und die Einhörner befreien können?

Das Artwork der Comicadaption kann es mit der Filmvorlage durchaus aufnehmen. Der Wiedererkennungswert zu den Filmcharakteren ist hoch, ohne dass dabei die Eigenständigkeit des Comics verloren geht. Ich wage zu behaupten: Wer den Film liebt, wird auch dem Comic verfallen! Die Zeichnungen sind wunderschön in ruhigem Stil. Vom Einhorn geht ein weißer Schein, fast schon ein sachtes Glühen auf, der das Übernatürliche dieses Wesens betont. Alle Orte, von Mammy Fortunas morbidem „Mitternachtszirkus“  bis zum Räuberwald, sind gelungen. Und der rote Stier springt einem förmlich als gleißender Feuerball entgegen. Nur König Haggards Burg hätte ich mir etwas detaillierter dargestellt gewünscht. Im Comic sieht man Burgtrümmer, Mauern und vor allem eher verschwommene Schatten. Die melancholische und leicht aggressive Stimmung Haggards und seines Umfelds bleibt aber dennoch präsent. Natürlich musste die ganze Romanvorlage stark gerafft werden, um in Comic-Form herausgebracht werden zu können. Dies fällt vor allem gegen Ende auf, wenn die Handlung plötzlich sehr schnell, fast etwas gehetzt voranschreitet.

Trotz dieser kleinen Kritik ist für mich ‚Das letzte Einhorn‘ eine der schönsten Comic-Adaptionen eines Romans überhaupt. Und da auf Gewaltdarstellungen, bis auf wenige Ausnahmen, verzichtet wurde, kann dieser Comic auch bereits von jüngeren Lesern geschmökert werden. ‚Das letzte Einhorn‘ gehört definitiv in jede Sammlung von fantasybegeisterten Graphic-Novel/Comic-Sammlern! [Mercedes]

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