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Das Königreich der Lüfte – Jackals 01

Autor: Stephen Hunt

Genre: Fantasy

Verlag: Heyne Verlag

Preis: 9.99 € €

ISBN 978-3-453-53376-9

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Inhalt:
Dank seiner einzigartigen Celgas-Vorkommen und der königlichen aerostatischen Marine ist das Land Jackal seit vielen Generationen von seinen eroberungswütigen Nachbarn verschont geblieben. Doch im Inneren gärt es – die Arbeiterschaft begehrt gegen die Herrschaft des Patriziats auf. Mittendrin befinden sich die beiden Waisen Molly und Oliver, die plötzlich auf der Abschlussliste einer unbekannten Macht stehen und um ihr Leben fliehen müssen. Sie ahnen nicht, dass sie für das Schicksal der Welt von entscheidender Bedutung sind…

Meine Meinung:
Ich habe das Buch in Erwartung einer schönen Steampunk-Geschichte in die Hand genommen und wurde zuerst auch nicht enttäuscht. Die ersten 200 Seiten haben mich mit ihren einfallsreichen Weltbeschreibungen, verschrobenen Charakteren und verrückten Erfindungen in ihren Bann gezogen und ich glaubte schon, eine echte Genre-Perle gefunden zu haben. Doch dann ließ die Geschichte immer weiter nach. Szenarien, die an sich schon eine halbe Geschichte getragen hätten, wurden in wenigen Kapiteln abgehandelt und die Handlung versank immer mehr in einem brutalen Gemetzel nach dem anderen, das von einem klischeehaften größenwahnsinnigen Evil Dark Overlord(TM) heraufbeschworen wurde, während die beiden jugendlichen auserwählten(TM) Hauptfiguren immer mehr besondere Fähigkeiten und Deus Ex Machina-Artefakte ansammelten, um oben genanntem Evil Dark Overlord(TM) ein Schnippchen zu schlagen. Dabei ging das erzähltechnische Potential so wunderbarer Figuren wie des grummelige Tauchbootkapitäns Kommodore Black oder des schlitzohrigen Magieragenten Harry Stave leider ziemlich unter und geringere Nebencharaktere hätten genauso gut gleich ein großes Schild mit der Aufschrift ‚Kanonenfutter‘ um den Hals tragen können. Ich hätte viel lieber die originelle Welt Jackals mit ihnen entdeckt, als hunderte von Seiten sinnloser Materialschlacht zu lesen, in der eine gewaltige Höllenmaschine die nächste jagte, bis die Geschichte schließlich unter einer Menge Blut, epischer Magie und Helden mit Superkräften begraben wurde. Leider scheint dies ein Trend zu sein, der immer mehr in der heutigen Fantasy Fuß fast. Nur machen mehr  welterschütternde Magie, mehr gewaltige Artefakte und mehr Gewalt, Blut und Dämonen noch keine gute Geschichte.

Fazit: Eine Geschichte mit interessanten Ansätzen und schönen Charakteren, deren Potential leider verschenkt wurde.

[Gastrezension von NP/Bregs]

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