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Das Haus der gebrochenen Schwingen

Autor: Aliette de Bodard

Genre: Fantasy

Verlag: Droemer/Knaur Verlag

ISBN 978-3-426-51986-8

Paris nach dem Großen Krieg. Eine postapokalyptische Welt voller magisch verseuchter Ruinen. Eine Ästhetik zwischen verzweifeltem Jugendstil und Gotik. Straßenbanden, die einander auflauern im Kampf um knappe Ressourcen, während zwischen ihnen die gefallenen Engel wandeln, gebundener Schutz und arrogantes Kapital der Häuser, jener mächtigen Institutionen, die gildengleich über die Stadt herrschen. Als das älteste und einflussreichste Haus der Stadt zwei Neuzugänge zwangsrekrutiert, gerät das fragile Gleichgewicht der Kräfte ins Wanken. Denn zum Einen unterschätzt die Hausvorsteherin die Energien, die der frisch gestürzte Engel Isabelle in sich konzentriert und deren wahres Erwachen erst noch bevorstehen. Und zum Anderen überschätzt sie ihre Möglichkeit, den unscheinbar wirkenden Fremden zu dominieren und mithilfe ihrer magischen Ketten in Gefangenschaft zu halten. Denn jener ist nicht, was er zu sein scheint und er wird getrieben von dem unverbrüchlichen Willen, dem Bann und dem Haus zu entkommen. Als beiden Neuankömmlingen bewusst wird, dass es etwas gibt, das sie über die offensichtlichen Grenzen hinweg miteinander verbindet und sie sich allmählich einander annähern, wird das unfreiwillige Domizil von der Vergangenheit eingeholt. Ein tödlicher Fluch findet seinen Katalysator und beginnt, alles zu verschlingen und unter sich zu begraben, was sich ihm in die Quere stellt, ganz gleich ob es das freiwillig und mit erhobener Stirn tut, oder unfreiwillig, weil eine Flucht verwehrt ist.

Magie, Hoffnungen, Intrigen und Verrat. Die düstere Mischung unvorstellbar grausamer Macht und fast zärtlicher Hoffnung in den ‚gebrochenen Schwingen’, übt einen unwiderstehlichen Sog aus. Die Figuren sperren sich gegen gängige Klischees. Zwar gibt es, gerade in der Riege der Gefallenen, auch die bekannten Machtstrukturen und überhöhten Charaktere, das Ganze wird aber aufgelockert von den mit kräftiger Farbe gezeichneten fernöstlichen Motiven. Der einzige Wermutstropfen an dieser Geschichte dürfte darin bestehen, dass der zweite Teil momentan nur als englische E-Book-Variante (zu einem erschwinglichen Preis) zu haben ist. Ansonsten eine ganz klare Empfehlung für Fans dystopischer Fantasy, die mal ausnahmsweise nicht in einem viktorianischen Setting angesiedelt wurde. [Britta]

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