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Das Geheimnis der Schwimmerin

Autor: Erika Swyler

Genre: Belletristik

Verlag: Limes Verlag

Preis: 19,99 € €

ISBN 978-3-8090-2648-8

Simon ist ein hoffnungsloser Fall. Seine Arbeitsstelle droht ersatzlos gestrichen zu werden, doch er hofft nur untätig, dass alles Schlimme an ihm vorüber zieht. Das verlassene Familienhaus an den Klippen, in welchem er wohnt, zerfällt zusehends, ohne dass er sich dazu aufraffen kann, etwas daran zu reparieren. Und seiner Jugendliebe, der er täglich auf Arbeit über den Weg läuft, konnte er sich nie gestehen – warum also jetzt damit anfangen? Dann landet ein unscheinbares Päckchen auf seiner Türschwelle, das alles verändert. Es enthält die Aufzeichnungen einer fahrenden Truppe aus menschlichen Kuriositäten, wie sie früher Zeit üblich waren. Aus anfänglicher Neugier wird echtes Interesse, das ihn mehr und mehr fesselt und von den realen Widrigkeiten ablenkt, die außerhalb seiner Wahrnehmung zu echten Problemen anwachsen.

Dann das Entsetzen! Sind es zu Beginn nur entfernt vertraute Namen und ein vages Gefühl des Unbehagens, beim Anblick der gezeichneten Tarotkarten in dem alten Buch, kristallisiert sich bald heraus, dass noch viel mehr dahinter steckt. Ein Fluch, der Generationen von Frauen zur verhängnisvollen Liebe zum Element des Wassers verdammt! Wie ließe sich sonst erklären, dass Künstlerinnen, die so lange unter Wasser verweilen konnten, dass sie als „Meerjungfrauen“ in großen Wasserbassins auftraten, bei zufälligen Gelegenheiten in freier Wildbahn ertranken? Und das jeweils am gleichen Datum?

Als Simons Schwester unerwartet bei ihm auftaucht, verhält diese sich plötzlich regelrecht unheimlich. Der Fluch der Schwimmerinnen scheint auf sie übergesprungen zu sein und der schicksalhafte 24. Juli steht unmittelbar bevor. Oder bildet er sich das doch nur alles ein, weil er sich zu sehr in die Nachforschungen verrannt hat?

‚Das Geheimnis der Schwimmerin’ ist ein spannender Roman über das Schicksal einer ungewöhnlichen Familie von Schaustellern. Dabei vermischen sich historische Gegebenheiten, ein Hauch Fantastik, sowie der exzellente Schreibstil der Autorin zu einer sehr nachhaltigen Stimmung. Die zwei Erzählebenen führen mehrere Hauptfiguren gekonnt zusammen und einzig das zu Beginn zögerliche Tempo der Gegenwarts-Ebene muss als Manko angesehen werden. Die Geschichte bewahrt sich den mysteriösen Funken, das böse Lächeln bis zum Schluss und bleibt damit zwischen den vielen Neuerscheinungen des Jahres positiv im Gedächtnis. [Britta]

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