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Children of Blood and Bone – Goldener Zorn

Autor: Tomi Adeyemi

Genre: Fantasy und Jugendbuch

Verlag: Fischer FJB

ab 14 Jahren

ISBN 978-3-8414-4029-7

Zélie Adebola gehört dem unterdrückten Volk der Maji an. Einst waren die Maji eine bewunderte und teils sogar verehrte Bevölkerungsgruppe mit immensen magischen Fähigkeiten, herrschten sie doch über die Elemente, Schatten und Licht, Tod und Leben. Ihre Fähigkeiten verdankten sie den Göttern, äußerlich waren sie an ihren schneeweißen Haaren zu erkennen.

Etwa eine Dekade vor Einsetzen der Handlung innerhalb des Romans wurden die Maji durch den König des Landes Orïsha, Saran, verfolgt und umgebracht, der die Magie hasst und sich für persönlich erfahrenes Leid rächen will. Lediglich Maji-Kinder wurden am Leben gelassen, deren Magie zerstört wurde. Auch Zélies Mutter gehörte zu den Opfern dieses Genozids. Die überlebenden Maji sind verarmt, werden mit immer höheren Steuern geknechtet, sind geächtet und gefürchtet.

Die junge Zélie hat den grausamen Mord an ihrer Mutter nicht verwunden und hofft tief im Herzen, eines Tages eine Chance auf Vergeltung zu bekommen. Diese Chance bietet sich unerwartet: Sarans Tochter, Prinzessin Amari, die die Grausamkeit ihres Vaters nicht länger ertragen kann, hat diesem ein mächtiges Artefakt gestohlen. Als Zélie durch einen Zufall mit Amari in Kontakt kommt und so das Artefakt an sich bringt, erwacht nicht nur ihre eigene Magie. Sie könnte diejenige werden, die die Maji rettet und die Magie zurück in die Welt bringt. Zusammen mit Zélies Bruder, Trazin, versuchen die jungen Frauen, den Pakt der Götter mit den Maji zu erneuern. Doch ihnen rennt die Zeit davon. Die Soldaten des Königs haben die Verfolgung bereits aufgenommen und Prinz Inan, Amaris Bruder, kommt ihnen gefährlich nahe. Ihre Reise führt durch karge Landstriche, zerfallene Tempelanlagen, niedergebrannte Küstenstädte. Immer wieder begegnen die Helden Formen der Sklaverei und Unterdrückung.

Der erste Eindruck, den man von ‚Children of Blood and Bone’ gewinnen mag, kommt recht genretypisch daher (jugendlicher Held – wichtige Aufgabe – Rebellion gegen das System –  ‚Panem’ lässt grüßen). Doch schon zu Beginn offenbaren sich eklatante Unterschiede: Zélie ist schwarz, wie im Übrigen so gut wie alle Protagonisten des Romans. Das Szenario, in das Autorin Adeyemi ihre Figuren wirft, ist kein dystopisches Amerika oder gar mittelalterlich geprägtes Zentraleuropa, sondern ein ganz stark an Westafrika erinnerndes (Fantasy-)Land. Erzählt wird der Roman aus drei Perspektiven. Zum einen ist es natürlich die Geschichte Zélies, deren magische Kräfte erwachen und kontrolliert werden müssen. Prinzessin Amari dagegen gibt im Glauben an die richtige Sache alles auf, was sie zuvor ausmachte, stellt sich gegen ihren Vater und das herrschende System. Und Prinz Inan ist nicht nur Vollstrecker des königlich-väterlichen Willens, sondern muss gegen seine eigenen Dämonen kämpfen.

Die Autorin ist von der Black-Lives-Matters-Bewegung in den USA inspiriert, ‚Children of Blood and Bone’ zeigt unverhohlen Strukturen von Rassismus und Unterdrückung auf. Es gibt keine einfache Lösung, die Situation im Roman zwischen Maji und normalen Menschen ist verfahren. Nicht-weiße Protagonisten in der Jugendfantasy sind selten, umso mehr freue ich mich als Leser, dass nach erfolgreichen Filmen wie ‚Black Panther’, auch das Jugendbuch in dieser Hinsicht differenzierter wird. [Mercedes]

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