Zum Shop

Als wir fast mutig waren

Autor: Jen White

Genre: Geschwister und Jugendbuch

Verlag: Carlsen Verlag

Preis: 14,99 € €

ab 12 Jahren

ISBN 978-3-551-55680-6

 

Liberty, die gerade mal 12 Jahre alt ist, trägt bereits die Verantwortung für ihre kleine Schwester. Vor wenigen Monaten haben die beiden Schwestern ihre Mutter durch einen Unfall verloren und leben nun bei ihrem Vater. Dieser war bislang nur aus den wenigen Erzählungen der Mutter präsent, hatte sich jedoch nie um seine Kinder gekümmert. Und eben dieser Vater, der als Photograph arbeitet, ein ausgemachter Eigenbrödler ist und mit Kindern nichts anfangen kann, soll nun den Platz der schmerzlich vermissten Mutter einnehmen. Es läuft vieles schief und die Kinder finden sich alleine an einer Tankstelle mitten in der Wüste von Arizona wieder. Ihr Vater hat sie schlichtweg ausgesetzt und macht keine Anstalten, zurückzukommen. Liberty und die achtjährige Billie müssen sich alleine durchschlagen. Ohne Geld, ohne Handy, ohne Lebensmittel, ohne geeignete Kleidung. Die einzige Hilfe, die sie erwarten können, könnte von der besten Freundin ihrer Mutter kommen. Doch diese ist telefonisch nicht zu erreichen. Eine regelrechte Irrfahrt beginnt, auf der Liberty und Billie mehr als „fast mutig“ sein müssen, um ihren Weg nach Hause zu finden.

Warum ihr Vater sie ausgesetzt hat, wird erst nach und nach offenbar. Der Leser bekommt immer wieder Hinweise darauf, wie sich das Zusammenleben mit diesem schwierigen Menschen gestaltet hat. Im Zentrum dieses nachdenklich stimmenden Jugendbuchs steht die starke und unerschütterliche Bindung zwischen beiden Schwestern, die aufgrund ihrer sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten die schwierige Situation bewältigen. Liberty zeigt ein immenses Maß an Tapferkeit und sorgt sich rührend um ihre kleine Schwester. Soviel sei vorweggenommen: Es wird, trotz eines sehr beschwerlichen Weges, ein (kleines) Happy-End geben. ‚Als wir fast mutig waren’ ist ein wunderbares, ruhiges Buch, das mich beeindruckt hat. [Mercedes]

Mehr Buchtipps von Mercedes Töller