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Akuma to love song – Böse Mädchen haben keine Lieder

Autor: Miyoshi Tomori

Genre: Comic und Manga

Verlag: Kazé Verlag

Preis: 6.50 € €

ISBN 978-2-88921-000-8

Maria Kawai wechselt mitten im Schuljahr von der strengen Mädchenschule an die eher mittelmäßige Totsuka Oberschule. Ihr unglaublich hübsches Aussehen und ihre guten Leistungen geben dabei zusätzliche Rätsel auf. Wer in so jungen Jahren nicht nur als Model, sondern auch als Sängerin arbeiten könnte, in dessen Vergangenheit muss es einen schwarzen Fleck geben, welcher zu einem so gravierenden gesellschaftlichen Abstieg geführt hat. Und wirklich scheint der Grund schnell gefunden zu sein:
Die Neue muss einen äußerst verdorbenen Charakter haben. Eine Tatsache, die ja wohl allein schon daran zu erkennen ist, dass sie hochnäsig auf andere herab blickt! Und stimmt es, dass sie wegen eines Angriffs gegen eine Lehrkraft von der Nonnenschule verwiesen wurde? Marias Einstand verläuft denkbar schlecht und schon am ersten Tag hat sie sich vor allem die Mitschülerinnen mit ihrer unverblümt aufrichtigen Art zu Feinden gemacht. Diese schrecken im weiteren Verlauf der Geschichte weder vor Verleumdung, noch vor Sachbeschädigung zurück, um sie in Verruf zu bringen.

Maria ist zwiegespalten in dem Versuch, selbstloses Vertrauen zu leben, um echte Zuneigung zu erfahren oder der bitteren Erfahrung Rechnung zu tragen, dass weder Anpassen, noch Distanz sie bisher vor neidischen Angriffen geschützt haben. Der Satz „Du lässt andere schlecht aussehen“ hat sich traumatisch in sie eingebrannt und leitet sie nahezu emotionslos durch den Alltag. Sie kontert schonungslos ehrlich und schreckt im Einzelfall nicht einmal davor zurück, angeblich begangenes Unrecht anzuerkennen und die dafür verhängten Strafen zu erdulden, um auszutesten, wie weit sie des Vertrauens wegen gehen müsste. Ihr untrügliches Gespür dafür, was andere ausmacht und motiviert, erschwert ihr das Navigieren durch das soziale Fahrwasser. Denn es wirkt eher provokant, denn schlichtend, jemandem ins Gesicht zu sagen, dass er nur deswegen auf einem herumhackt, weil man so viel Raum in dessen Gedanken einnimmt und man dieser Person somit offensichtlich etwas bedeuten muss.

‚Akuma to love song‘ ist eine der vielversprechendsten Manganeuerscheinungen im Kazé-Verlag. Das stille Mädchen mit der fast ausdruckslosen Mimik, wird nicht nur für die Akteure in den Panels zum Spiegel. Auch der Leser findet sich in ihren Einwänden wieder und anerkennt ihren Mut, die eigenen Ansichten klar zu formulieren und Grenzen zu ziehen. Letztlich wirbt dieser Manga für Selbstbewusstsein und dafür, den eigenen Weg zu finden. Auch entgegen fremder Erwartungen. [Britta]

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