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Affinity Bridge – Maurice Newbury & Veronica Hobbes 01

Autor: George Mann

Genre: Fantasy

Verlag: Piper Verlag

Preis: 9.99 € €

ISBN 978-3-492-26828-8

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Sir Maurice Newbury ist Ermittler im Auftrag der Krone. In diesem viktorianischen London jedoch, gibt es nicht nur die allseits geliebte Queen, strenge Modevorschriften und gesellschaftliche Anstandsregeln. Der allgegenwärtige Mysterienglaube, mit seinen Ausläufern aus Geistergeschichten und Seancen in den höchsten Kreisen, wird rigoros von der modernen Wissenschaft mit ihren dampfbetriebenen Lochkartenmaschinen in die Schranken verwiesen. Kesselgetriebene Massendroschken verschandeln mit ihrem Rauch und Lärm die Straßen, die Luftschiffe der britischen Handelsflotten bedecken einen Großteil des Himmels. Bis eines von ihnen abstürzt! Seine Lordschaft muss ermitteln und erfährt dabei dezente Unterstützung von seiner hinreißenden Assistentin Veronica Hobbes.

‚Affinity Bridge‘ ist einer der wenigen aktuellen Steampunk-Romane, die sich wärmstens empfehlen lassen. Die Kombination von Krimi und Agentengeschichte, Verstand und Herz, sowie dichter Atmosphäre und logisch verketteter Umstände ist alt bewährt und dennoch immer wieder gut zu lesen. Der Leser wird mit den Hinweisen und Schlussfolgerungen versorgt, die er benötigt, um sich selbst ein Bild machen zu können. Der Spannungsbogen steigt stetig an und die letzte Szene des Buches ist das I-Tüpfelchen für dessen abgerundeten Genuss. Was ‚Affinity Bridge‘ so besonders macht und es deutlich aus dem Einheitsbrei der Neuveröffentlichungen heraus hebt, das ist vor allem die weibliche Hauptfigur und das Miteinander zwischen ihr und ihrem Vorgesetzten. Veronica lebt in einer Männerwelt. Alle Regeln und Konventionen sind darauf ausgerichtet, dass Frauen keine Rechte zustehen, sondern lediglich Aufmerksamkeiten und Schutz. Doch wo in anderen Büchern ähnlicher Gattung die Frauencharaktere mit brachialer Gewalt gegen dieses gesellschaftliche Regelkorsett aufbegehren und absolut unwahrscheinliche Erfolge damit erzielen, schleicht sich in diesem Fantasy-Vertreter die Emanzipation vielmehr auf leisen Sohlen von hinten an. Veronica nutzt jeden Vorteil mit einem sanften Lächeln – und lässt sich trotz ihrer zurückhaltend-damenhaften Erziehung und ihren emotionalen „Schwächen“ nicht aus den Ermittlungen ausschließen. Sie sorgt unauffällig und gänzlich unaufgeregt dafür, dass ihr im Großen Spiel niemand in die Karten schauen kann.

Der Autor des Romans dürfte daher bekannt sein, dass er zahlreiche Drehbücher für die Fernsehserie „Dr. Who“ geschrieben hat. Dieser erste Band einer voraussichtlichen Reihe um das sympathische Ermittler-Duo ist ein echtes Highlight der aktuellen Fantasy. Die Auflösung zu den Vorkommnissen ist nicht völlig überraschend, doch die Geschichte an sich ist außergewöhnlich dicht geschrieben, fasziniert mit ihren Figuren und bleibt im Sinn hängen! Eine absolute Empfehlung für alle Fantasy-Leser, die momentan auf der Suche nach gutem Steampunk, nach mitreißender Lektüre oder einfach nach einem schönen Schmöker für die gemütlichen Tee-Abende daheim sind! [Britta]

 

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