Schmidt-Spieleschulung

Gestern waren wir wieder zur Schmidt-Spieleschulung eingeladen. Es kamen auch solche Neuheiten auf den Tisch, die schon im Voraus neugierig gestimmt hatten. Und weil Mercedes die meisten davon ohnehin bereits getestet hatte, durfte ich einen Tag lang Regeln lernen und mich auf verschiedene Spielmechanismen einstimmen lassen. Bitte verzeiht, die ausnahmsweise nicht ganz so dolle Bilderqualität. Die Beleuchtung war etwas seltsam für den Zweck und die Situation am Tisch auch immer so, so dass es mit den Fotos schnell-schnell gehen musste, damit sofort weitergespielt werden konnte. Wer sich aber für die vorgestellten Spiele interessiert, dürfte die meisten auch bei uns im Laden vorrätig finden, um sich mehr dazu erzählen zu lassen. [Britta]

Die Übersicht der zu testenden Spiele an diesem Tag.

Agentenjagd
Das Spiel stellt eine moderne MrX-Variante dar, die in Kombination eines Spielebrettes mit einer herunterzuladenden, kostenlosen App gespielt wird. Auf dem Plan werden die Agentenfiguren vorgerückt und dort ist auch ersichtlich, welche Fortbewegungsmittel dafür jeweils am aktuellen Standort zur Verfügung stünden. Ist der aktive Spieler am Zug, so kann er sich für die Suche nach dem Informanten auf dem Kontinent entscheiden oder auch für den Versuch, direkt den Spion zu enttarnen, den alle gemeinsam im Wettlauf jagen. Die Entscheidungen werden auf dem herumgereichten Handy/Tablett per Touchscreen eingegeben und per Klick ausgelöst. Dann setzt die App sie um. Neue Informationen werden dem Spieler zugestellt, indem er eine geheime Nachricht erhält, die erst durch Drüberwischen auf dem Bildschirm jeweils punktuell sichtbar wird.

„Bingolino“
Zahlen werden im 4×4-Raster jeweils pro Spieler ausgelegt. Würfelwerte werden entsprechend der Regeln addiert und dann dazu eingesetzt, das entsprechende Zahlenplättchen auf die schwarze Seite zu drehen. Wer als erster ausreichende Plättchen umgedreht hat, so dass sie ausgeblendete waagerechte, senkrechte oder diagonale Reihen bilden, gewinnt damit. Das Spiel ist sehr gut für Kinder und Erwachsene geeignet, die sich mal wieder etwas im Rechnen üben möchten.

„Brikks“
Dabei handelt es sich um Tetris auf Papier. Durch das Würfelergebnis bestimmt der aktive Spieler, welches Bausteinelement sozusagen auf dem Papierraster „herunterfällt“, bis es dessen unterste Ebene erreicht. Der Baustein wird entsprechender seiner Form in die Kästchen eingetragen – bei einer aufrechten Linie würde man also vier Felder übereinander auskreuzen, beginnend von der letzten freien Zeile von unten an. Wie bei dem elektronischen Klassiker bringen vollständig ausgefüllte – in diesem Fall ausgekreuzte – Zeilen Siegpunkte. Zusätzliche Boni können erspielt werden, indem man es beispielsweise schafft, farblich passende Würfe mit entsprechenden Farbfeldern zu kombinieren. Auf den Blattrückseiten sind die Abstufungen abgedruckt, in denen ein „Drehen“ eines Elements mit abgezogenen Energiepunkten geahndet wird. Während der aktive Spieler das Grundelement der Runde vorgibt (Achtung, alle müssen abwarten, bevor sie sich ans Werk machen, da jener sich ein mal umentscheiden darf!), dürfen die passiven Mitspieler das selbe Grundelement nach den selben Regeln für sich verwenden. Alle spielen also gleichzeitig, was lästige Wartezeiten gegen null fallen lässt.

„Der blubbernde Hexenkessel“
Ein Memoryspiel mit eletronischer Begleitung. In drei Schwierigkeitsstufen und zwei möglichen Spielvarianten. Der Hexenkessel soll mit den richtigen Zutaten in der richtigen Menge gefüllt werden. Bibis Stimme informiert uns zu Beginn jeder neuen Runde, was benötigt wird. Anschließend werden die Spieler reihum die entsprechenden Chips ein. In einer Variante werden diese zuerst im Zimmer verteilt, so dass auf einem Kindergeburtstag beispielsweise viel Trubel entstehen kann, wenn alle losrennen, um gegen die Zeit bestehen zu können – zusätzlich zu der unter Beweis zu stellenden Gedächtnisleistung.

„Die Maus – Unterwegs in Deutschland“
Die abgebildete Variante ist die Memoryversion, bei der jeder Spieler Zielkarten erhält, die er in möglichst effizienter Reihenfolge ansteuern und abarbeiten soll. Per Würfelergebnis reist dazu die eigene Spielfigur über den Deutschlandplan. Erreicht man die gewünschte Stadt, so muss man halten, so dass der Rest des Wurfes verfällt. Dann gilt es, die ausgelegten runden Plättchen um den Plan gut zu erinnern und die passende Stadt aufzudecken, um die eigene Zielkarte umdrehen zu dürfen. Wer als erster alle Karten umgedreht hat, gewinnt.

„Ganz schön clever“
Wer mit Qwixx und Co. bereits Freundschaft geschlossen hat, der wird dieses Würfelspiel lieben. Es braucht etwas Einstiegszeit, um zu überblicken, wie die vielen Boni-Möglichkeiten nach und nach ineinandergreifen, dann jedoch entfaltet sich sehr schnell der Reiz dieses Würfelspiels, wenn nämlich die Domino-Effekte plötzlich hohe Werte einbringen, nachdem man am Beginn erst quälend langsam voranzukommen schien. Würfelglück, strategisches Denken und Risikobereitschaft in ziemlich guter Balance zueinander. Und obendrein hält sich die Wartezeit für den Mitspieler, trotz nötiger Bedenkzeiten, relativ gering, weil er ebenfalls aus dem profitieren kann, was der aktive Spieler „übrig“ lässt. Aber das hatten wir schon an anderer Stelle mal dezent erwähnt, dass wir das Spiel mögen, oder?

„Kids DOG“
Wer DOG kennt, weiß, dass es eine Mensch-Ärger-Dich-Nicht-Variante mit Karten, anstelle von Würfeln ist. In dieser Kids-Version wurden die Zusatzregeln nochmal runtergebrochen, die Zahlenwerte auf den Karten durch Pfotensymbole und Farben ersetzt, sowie eine sehr niedliche Optik darüber gepackt. Das Spiel besticht durch Schnelligkeit und Schlichtheit. So spielt jeder Spieler beispielsweise nur mit drei Figuren. Der übliche kooperative Team-Faktor macht es noch gefälliger, da man sich gegenseitig hilft.

„Schlaraffen Affen“
Ein klassisches Wettlaufspiel. Die Affen hangeln sich von Baum zu Baum, einmal rund um das Spielfeld, bis sie die Palme in der Mitte erreichen. Zum Vorwärtskommen wirft man drei Würfel, die mit Symbolen bedeckt sind. Obst schaltet dabei sozusagen einen Baumplatz mit entsprechendem Gegenstück frei. Der Kakadu blockiert solche Plätze, wenn er gewürfelt wird und vom Spieler nach dessen Gutdünken den Mitspielern in den Weg gesetzt wird (wobei trotzdem immer noch der zweite Weg frei bleibt, insofern man das richtige Obst hat – es werden also nur Chancen etwas eingeschränkt). Und die goldene Palme ist Voraussetzung, um die Mitte betreten zu dürfen oder alternativ ein Joker. In der Mitte gilt es, als erster die richtige Kokosnuss zu finden. Dazu kann man sie heimlich aufklappen und nach der eigenen Farbe suchen, wenn man sie erreicht. Witzig an diesem Spiel ist, dass es auch erlaubt ist, sich an einen anderen Mitspieler dranzuhängen und sich von diesem tragen zu lassen, falls das gerade Sinn macht.

„Top Secret“
Ein geheimnisvoller Koffer und lauter Agenten. Je mehr Spieler bei diesem Spiel mitmachen, desto unterhaltsamer kann es werden. Die eigene Identität liegt in Form einer Figur mit deutlich farbenfrohem Hintergrund vor einem aus. Ebenso wie vier verschiedene Wahrzeichen der Stadt. Ein Brunnen, die Metro, ein Kiosk und ein Café. Jeder Spieler erhält verdeckt eine Spion- und eine Ortskarte. Alle zugleich versuchen nun, ihren Kontaktmann zu kontaktieren. Durch Zwinkern oder andere unauffällige Blicke etc. Derjenige, der zuerst kontaktiert hat (ein Gegenüber anhand der eigenen verdeckten Spionkarte ausgewählt), muss nun aus dem Blick des Gegenübers erraten, wo sie einander treffen sollen (dessen Ortskarte entscheidet, dessen Blick muss das richtige Wahrzeichen auf dem Tisch deutlich machen). Sobald der Koffer (kleine Aufstellfigur) im Kreis herum an einen der beiden weiter gereicht wird, dürfen sie ihre lautlose Absprache öffentlich machen und dadurch die durchgespielten Karten als Siegpunkte unter ihre Karte sammeln. Sollten die Mitspieler auf die Absprachen aufmerksam werden, bevor diese öffentlich gemacht werden dürfen, dürfen sie ihrerseits eines ihrer Ferngläser einwerfen – und bei richtigem Tipp die Siegpunkte abgreifen. Durch die hohe mögliche Anzahl der Mitspieler von bis zu 8 Leuten und die heimlichen Blicke, hat das Spiel gutes Potential zum Partyspiel.

„Die Quaksalber von Quedlinburg“

Ein einfaches Spielprinzip, mit etwas erhöhter Einstiegsschwelle, da sehr viele Schritte und Optionen pro Runde hintereinander abgearbeitet werden. Als Quaksalber gilt es, auf dem eigenen Kesseltableau möglichst viele Punkte pro Runde zu erreichen. Übersteigt deren Zahl aber das erlaubte Maximum, so explodiert der Kessel, was zu deutlichem Punktabzug führt und den Mitspielern Vorsprung auf der Zählleiste des mittleren, gemeinsamen Brettes gibt. Im Laufe des Spiels sammelt man immer mehr Plättchen in den eigenen Nachziehbeutel. Die anfänglichen Zählsteine werden so immer mehr mit Boni-Steinchen „verwässert“, so dass es bei aufmerksamem Mitzählen und Kalkulieren möglich ist, im Spiel zu bleiben und trotzdem möglichst weit voranzukommen. Wer das Risiko liebt, zieht auch dann noch nach, wenn es knapp wird, mit den verbliebenen Werten. Aber selbst dafür gibt es Notfallpläne, denn beispielsweise kann man sich das Zurückwerfen des letzten gezogenen Plättchens erkaufen. Das Spielmaterial ist hübsch und thematisch passend. Es gibt Zauberbücher, die aufgeschlagen herumliegen und einem zeigen, was die zu sammelnden Dinge an Vorteilen bringen und was sie aber auch kosten. Es gibt Holzsteinchen, die einem gleich zu Beginn einen besseren Start ermöglichen (der Tropfen im Kessel). Oder die gesammelten Rattenschwänze, die sich sogar daraus ergeben, dass man als letzter beispielsweise einen zu großen Abstand auf der Zählleiste zu den anderen vor einem hat (die Ratte). Es gibt Ereigniskarten, die immer etwas Praktisches bewirken und daher nicht gefürchtet werden müssen. Und Edelsteine aus Plastik, mit denen man sich verlorene Optionen wieder beschaffen kann. Der Reiz dieses Spiels besteht vor allem darin, dass der Ärgerfaktor extrem gering ist und sich der gesamte Spielablauf sehr abwechslungsreich anfühlt, weil immer wieder alle gemeinsam die Abläufe neu starten und durchlaufen müssen.