Fotostrecke “11. Bremer Spieletage”

Was macht das Wortspiel eigentlich am Wochenende?

In diesem Jahr war die Wortspiel-Chefin nebst charmanter Begleitung zum ersten Mal an beiden Tagen auf den Spieletagen in Bremen (11. Bremer Spiele-Tage). Samstag und Sonntag wurden also jede Menge Spieleneuheiten getestet. Insgesamt sind 21 Spiele ausprobiert worden, vom Kennerspiel “Noria” bis zum schnellen Kartenspiel “The Cat” war die Bandbreite groß.
Heute wurden bereits einige der getesteten Spiele geordert, damit ihr möglichst bald Neues bei uns im Regal entdecken könnt.

Vielen Dank an Anke, Almuth und Silvia, die sich dem Brettspielmarathon gestellt haben.
Einige der Fotos hat Almuth für uns gemacht, da am Sonntagnachmittag unsere Kamera in den Streik getreten ist. Auch hierfür vielen Dank!

 

 

 

Infos zu den Spielen (in Kurzfassung):

 

 

Quango: Am Samstag begann für uns der Spieletag mit “Qango”, das schon länger auf der “Müssen wir mal Spielen”-Liste stand. Ein 2-Personen-Spiel für alle Fans von Mühle und Vier gewinnt, das durch die einfachen Regeln besticht. Und gar nicht leicht zu gewinnen ist – behauptet zumindest Mercedes.

Queen Domino:  Nachdem im letzten Jahr “Kingdomino” zum Spiel des Jahres gekürt wurde, brachte der Verlag die etwas regelintensivere Variante “Queendomino” heraus. Uns hat ‘Queendomino’ gut gefallen, da der grundlegend einfache ‘Kingdomino’-Mechanismus zwar beibehalten wurde, aber mit ein paar Regeln erweitert wurde, die das Spiel auch für Vielspieler reizvoller macht.
Für die ‘Kingdomino’-Kenner: Die roten Felder sind Baufelder, auf denen im Lauf des Spiels Gebäude errichtet werden, die dann wiederum sofort einen Boni bringen (Ritter/Türme), oder am Ende des Spiels Siegpunkte generieren. Und das nicht zu knapp! Und die Ausstattung ist wirklich gelungen. Der Plättchenturm zeigt die Verteilung der Landschaftsflächen. Für die Taktiker unter uns sehr hilfreich.

Ta-ke: Weiter ginng es dann im “2-Personen-Spiele” Bereich, für die auf den Spieletagen ein extra Raum eingerichtet wurde. “Ta-ke” von HUCH Spiele ist ein Logik-Spiel für zwei Günstlige am Hof des Kaisers. Auch bei Ta-ke sind die Regeln an sich einfach: Nimm aus der mittleren Auslage ein Figuren-Plättchen und lege es farblich passend in deine untere Reihe. Dann wird’s aber knifflig. Je nachdem, welche Farbe unter dem genommenen Plättchen lag, wird diese nun gewertet. Und zwar beim aktiven Spieler – und beim Gegner. Dabei spielt die Position der Figurenscheiben auf dem Plan eine Rolle. Denn diese können nach vorne gerückt werden, was zwar Sonderoptionen bietet, aber Siegpunkte verringert. Ganz schön tüfftelig!

Hanamikoji aus dem KOSMOS Verlag hat uns ein wenig an das deutlich ältere “Cäsar und Kleopatra” erinnert, spielt sich aber sehr viel intuitiver und hat eine wunderschöne Grafik. Beide Spieler versuchen die Gunst der Geishas zu erlangen. Dazu werden in keder Runde Karten mit Geschenken für die Geishas verteilt. Jedem Spieler stehen vier Aktionen zur Verfügung, die in einer Runde auch nur je ein Mal genutzt werden dürfen. Wer nach der Runde der jeweiligen Geisha so die meisten Geschenke überreichen konnte, gewinnt ihre Gunst – und nähert sich damit dem Sieg. Ein wunderbares kleines Spiel!

Agricola – Bauer und das liebe Vieh: Nicht ganz neu, aber ebenfalls schon länger auf unserer Wunschliste: “Agricola für 2” aus dem Lookout Verlag. Wie beim großen Bruder “Agricola” versuchen wir, auf unserem Hof möglichst viele Tiere in dafür einzuzäunende Bereiche unterzubringen. Jeder Spieler darf drei Arbeiter (die bunten Scheiben) platzieren und die jeweilige Aktion nutzen. Vom Zaunbau über Ressourcengewinnung bis zur Tierzucht und dem Errichten von Gebäuden ist alles dabei. Der Ablauf ist durch die auf zwei Spieler reduzierte Regel sehr viel flüssiger geworden und hat uns sehr gut gefallen. Und das Spielmaterial ist, wie immer bei Lookout, einfach famos. Auf dem dritten Bild  seht ihr die beginnende Schaf- und Kuhzucht der Chefin. 

Codenamens Duett ist der neuste Spross der inzwischen größer gewordenen “CodeNames” Familie.  Das Spielprinzip von “Codenames” ist beibehalten worden, allerdings spielen nun beide Spieler im Team gegen das Spiel.
Wir waren uns einig: Für uns das bislang beste Codenames!

Altiplano: Darauf haben wir uns gefreut! “Altiplano” war unser Spiel des Tages – und hat, wie wir finden, gute Chancen auf den “Kennerspiel des Jahres” Preis. Einige Elemente haben uns etwas an “Orleans” erinnert, aber bei Altiplano stimmt irgendwie alles. Wir sind Inka und versuchen, möglichst sinnig Waren ein- und zu verkaufen, stellen aus Ressourcen überhaupt erstmal Waren her, müssen dann noch unser Reiseroute optimieren und das Lager füllen.  Trotz der Fülle an Möglichkeiten, kommt “Altiplano” mit einem relativ schlanken Regelwerk (für diese Art komplexen Spieles) aus. Ein echtes Highlight, das in die Sammlung der Chefin wandern wird. Das Spielmaterial ist – man muss es einfach erwähnen – grafisch schön und hat vor allem mal richtig kräftige Farmen. Meine Favoriten waren die Lamas auf organemen Hintergrund.

Gold Ahoi: Fortgesetzt haben wir den Nachmittag dann mit schnell zu lernenen 2-Personen-Spielen. “Gold Ahoi” ist ein Legespiel, bei dem wir als Piraten versuchen, Zugang zu möglichst vielen Schatzkisten zu bekommen. Abwechselnd legen wir dabei in der Auslage an, bis die Karten verbraucht sind. Dann werden die jeweils eigenen Zugänge zu abgeschlossenen Gebieten ausgewertet. Mit knapp 10 Minuten Spielzeit ein schnelles Spiel für Zwischendurch.

Brix: Je später der Abend, desto einfacher… dachten wir zumindest. ‘Brix’ von Pegasus Spiele hat das Vier-gewinnt-Element mit Mauerbau kombiniert. Die Spielsteine sind grundsätzlich alle gleich, immer halb blau, halb rot. Nur die Verteilung von X und O ist unterschiedlich. Es gibt drei Regelvarianten – einfach bis Profi. Es wird abwechselnd gelegt, wer zuerst eine 4er Kombi (senkrecht, waagerecht, diagonal) hat, gewinnt.

Würfelland  ist eine neue Interpretation von “Träxx” aus dem gleichen Verlag. Auch hier füllen wir farbige Felder angrenzend aus (übrigens auch eine Parallele zu “nochmal!” von Schmidtspiele). Das Ganze wird aber nicht durch Karten, sondern durch Würfel bewerkstelligt.  Die Tableaus sind abwischbar und vor allem unterschiedlich. Wie bei Qwixx & Co. darf man als Gegner auch einen Teil der Würfel des Mitspielers nutzen. Wer also eine Abwechslung zu Qwixx & Träxx möchte, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Noria: Den Sonntag begannen wir um Punkt 10 Uhr mit “Noria”. An dieser Stelle vielen Dank an Peter vom Spieletreff Weyher Würfel. Selten habe ich eine so gute und verständliche Spieleerklärung zu einem doch recht komplexen Spiel bekommen. Da war die Erklärung schon das erste Tageshighlight.  “Noria” hat uns sehr gut gefallen. In einem fantasy-futuristischen Setting versuchen wir, die politische Mehrheit in den vier Türmen (links am Rand im Bild) zu erlangen. Wir haben dabei keine feste Aktionauswahl, sondern stellen uns über ein dreistufiges Drehrad nach und nach unsere Aktionen-Mischung zusammen. Die noch schwarzen Auskerbungen sind frei, hier werden neue – farbige – Aktionsplättchen hineingelegt. Bin ich am Zug, darf ich eines der beiden unteren Viertel des Rades nutzen, aber insgesamt nicht mehr als vier Aktionen. Die Aktionsvielfalt geht dabei vom einfachen “Rohstoffe erhalten” über “Reisen” bis zum “Produkte herstellen”. “Noria” ist rundenbasiert, man kann sich also nicht ewig Zeit nehmen, um politischen Einfluss zu nehmen. Zumal die Einflussnahme nur mit “Wissensplättchen” möglich ist und alle paar Runden teurer wird. Wissen wiederum erlangt man nur, in dem man die Aktion “Reisen” ausführt, neue Inseln entdeckt und darauf später die hier zu sehenden Fabriken errichtet. Dann werden auf dem Tableau Felder frei, die uns jede Runde Wissen einbringen. Puh, da heißt es, erstmal die richtigen Ketten aufzubauen, damit man sowohl die richtigen Rohstoffe hat, genügend Wissen und dann noch mit den Fabriken produziert.
Hut ab, neben “Altiplano” einer meiner Favoriten des Wochenendes.

CalimalaNachdem die Köpfe schon am Qualmen waren, ging es dann gleich mit “Calimala” von Blackfire Games weiter. Ebenfalls ein Strategiespiel ohne Glücksfaktor.  Der Spielplan zeigt schon, worum es geht. Wir sind Händler und versuchen, wertvolle Stoffballen in wichtige Küsten- und Handelsstädte zu bringen. Doch Schiffe, Handelshäuser und Lager müssen erst einmal errichtet werden. Dazu sind Rohstoffe nötig. Jeder Spieler verwaltet seine Rohstoffe auf einem Tableau, das links am Rand zusätzlich alle Aktionsmöglichkeiten auflistet. Vorbildlich übersichtlich! Das Besondere an “Calimala” ist das Aktionsfeld. Hier darf der Spieler am Zug immer eines seiner farbigen Plättchen platzieren – und zwar immer genau zwischen zwei Aktionsmöglichkeiten, die er dann ausführt. Dummerweise liegt nicht immer alles beieinnander, was man gerne kombinieren möchte. Und lege ich zum Beispiel mein grünes Plättchen auf schon platzierte Plättchen der Mitspieler, dürfen diese die Aktion auch gleich mitnutzen. Ärgerlich! Ist so ein Viererstapel zustande gekommen, wird das unterste Plättchen auf den Wertungsbereich des Spielplans gelegt und löst sofort eine Wertung für eine von 15 Möglichkeiten aus. Da muss man schon gut überlegen, welche Aktion sich lohnt!

No Siesta!, ebenfalls von Blackfire Games, hat uns positiv überrascht. Aktuell gibt es einige Würfelspielumsetzungen von Brettspielen, aber diese ist wirklich gut gelungen. Jeder Spieler bewirtschaftet quasi einen Hof, der auf einem Block/Blatt abgebildet ist. Der Startspieler würfelt und reihum suchen sich alle Spieler einen Würfel aus. Den angezeigten Ertrag (Tiere, Pflanzen, Hüte) darf man sich auf seinem Block ankreuzen, sobald alle Würfel ausgewertet wurden. Es gibt auf dem Block viele Bereiche, die alle unterschiedliche Boni für unterschiedliche Würfelkombis bringen. Innovativ fanden wir, dass nicht nur angekreuzt wird, sondern bei den Dächern und Hilfsarbeitern dann auch neue Plättchen auf den Block gelegt werden, die neue Funktionen freischalten.  Die Würfel im Spiel sind  einziger – minimaler – Kritikpunkt: Bedruckte Würfel wären schöner als beklebte. Aber aus Kostengründen ist diese Lösung vermutlich einfacher – und hält wohl auch ganz gut.

Feuville ist eine Art komplexeres “Sultaniya” und kommt aus dem Hause Huch-Spiele. Wir sind Erbauer einer mittelalterlichen Stadt – bzw. deren Festungsmauer nebst Wachtürmen und Himmel. Der Spieler am Zug würfelt mit zwei Würfeln. Je nach Ergebnis darf man damit eine der Figuren (unten am Rand) nutzen, die jeweils besondere Boni bieten. Fast immer drehen sich diese natürlich um die Auswahl von Bauplättchen, denn wir Bauen ja eine Festung. Ärgerlicherweise wird bei eine, Pasch der Drachen geweckt, der unsere mühsam errichteten Bauwerke abfackelt, wenn sie nicht ausreichend geschützt sind. Schutz bieten im Grunde nur Regenwolken und Feenzauber, aber die muss man auch erstmal haben. Punkte macht man durch das Erfüllen von königlichen Erlassen.