Britta spielt: Spieleschulung SchmidtSpiele

Am Montag besuchte Britta die aktuelle Spieleschulung des Schmidt Spiele-Verlags, um euch in Sachen Spiele gut beraten zu können. Die Schulung fand wieder am bewährten Standort in Hannover statt. Der Schwerpunkt der Auswahl lag auf familientauglichen Spielen, wobei auch Klassiker – teilweise in neuem Gewand – dabei waren. Der “Erklärbär” war gewohnt kompetent und freundlich, die Gesellschaft lustig. Was will man mehr?  

Die Auswahl der vorgestellten Spiele – noch ordentlich gestapelt:

 

 

 

 

 

 

Und hier die Übersicht aller getesteten Spiele mit Infos:

Citadels‘ ist quasi die Neuauflage des Klassikers ‘Ohne Furcht und Adel‘, inklusive der Zusatzkarten. Der Spielaufbau ist, mit dem Auseinandersortieren der Karten etc., nicht mehr ganz so flott, wie bei anderen Spielen. Und für den einen oder anderen ist es sicherlich gewöhnungsbedürftig, dass man zwar eine eigene Auslage aufbaut, die auch bestimmte Charakter-Sonderfähigkeiten unterstützt… dass ich den jeweils dazu benötigten Charakter aber nicht konsequent während des Spiels bespielen kann, weil dieser jede Runde wechseln kann. “Kann” deswegen, weil die Runden mit der reihum vorgenommenen verdeckten Auswahl jenes Charakters beginnen. Und es dabei sowohl davon abhängt, was die anderen Mitspieler einem noch überlassen, bis der Charakterkartenstapel bei einem ankommt. Als auch davon, ob ich von einem mitspielenden Meuchler beispielsweise schnell getötet werden möchte, weil es einfach zu offensichtlich war, dass ich wieder den König wählen würde. Oder ob meine Mitspieler sich schon in “diebischer” Vorfreude die Hände reiben, beim Anblick meines gesammelten Geldes als “Wirt”… Je mehr Runden eine Gruppe gemeinsam spielt, desto strategischer wird das Niveau.

 

 

 

 

 

 

Hier seht ihr die Auslage- bzw. Aktionskarten, mit denen man nach und nach die eigene Auslage ausbauen und aufwerten kann. Sie eignen sich auch dazu, den Gegner anzugreifen, indem man beispielsweise mit ihnen dessen Auslage dezimiert.
Und obendrein muss man einfach bewundernd anerkennen, dass die Spielkarten von ‘Citadels‘ ganz wundervoll gezeichnet und gestaltet sind.  Ein Augenschmaus beim Spielen!

 


‘Die Gärten von Versailles
‘ ist ein schönes Familienspiel mit einfachen Regeln. Es funktioniert grob nach dem bewährten Carcassonne-/Domino-Prinzip, nur dass jeder Spieler eine eigene Gartenanlage zu Ehren Ludwigs baut, um diesen zu beeindrucken. Der Rundenmechanismus ist etwas ausgeklügelter, als bei dem vergleichsweise einfachem Plättchenziehen der anderen Spiele, so dass ein gewisser Strategiefaktor hineinspielt. Per Ausspielen der eigenen Handkarten ergibt sich eine Reihenfolge, in der die Spieler ausliegende Vorratsplättchen bekommen können.

Auch ungewöhnlich bei ‘Die Gärten von Versailles‘ ist, dass das gesamte Spiel quasi in zwei großen Runden gespielt wird, welche zudem erst getrennt voneinander gewertet und deren Punkteergebnisse dann anschließend addiert werden. Große und kleine Zusatzpunkteplättchen helfen dabei. Man sollte sich aber Stift und Block dazu legen.

 

 

Schnapp die Nuss!‘ ist ein einfaches Kinderspiel, bei dem die Eichhörnchenkinder vor der Mutter forthüpfen, weil sie noch nicht ins Bett wollen. Der Spielmechanismus erlaubt große Sprünge, was schnelle Erfolgserlebnisse garantiert. Die Farbgestaltung des Spiels ist angenehm und fröhlich, die Figuren sind aus Holz.

Der Spielmechanismus bei ‘Schnapp die Nuss‘ ist nicht nur wunderbar reibungslos umgesetzt, sondern wird durch viele Belohnungsaktionen ergänzt, die sogar das Rausgeschmissenwerden sehr viel erträglicher machen. So gibt es für jedes geschnappte Eichhörnchenkind das ins Nest muss, jede Menge Nüsschen. Und die sind immerhin die zu sammelnden Siegpunkte!

 

 

Noch mal!‘ ist ein supersimples Würfelspiel, das hohen Suchtfaktor birgt. Wie Ihr garantiert schon wisst.  Von uns hoch und runter empfohlen, dürfte kaum jemand daran vorbeigekommen sein, dennoch sei der Vollständigkeit gesagt: Es geht darum, möglichst schnell und möglichst effektiv die Farbflächen auf dem Spielblock wegzustreichen. Das Würfeln geschieht zwar reihum, Teile des jeweiligen Wurfergebnissen dürfen aber alle Mitspieler zugleich nutzen. Während man also gemütlich auf dem eigenen Zettel rummalt und mit höchster Befriedigung Kreuzchen setzt, prickelt im Genick der Konkurrenzdruck – wer ist schneller? Wer hat bei der Auswahl und dem Einsatz seiner Werte den besseren strategischen Riecher? Denn weiter Abstreichen darf man nur in direkter Verbindung zu bereits bearbeiteten Feldern, Joker lassen sich nur begrenzt aufsparen und ungünstig genutzte Würfe verfallen.

 

Raffzahn‘ ist ein Plättchen-Sammelspiel. Ein Hauch riskantes Draufgängertum schwingt dabei mit, wenn man die Wahl hat, den eigenen Wurf noch bis zu zwei Mal zu wiederholen, um ein besseres Ergebnis zu erzielen – und sich so ein höherwertiges Monster aus der Auslage zu schnappen. Oder eben vom Mitspieler. Also mit Ärgerfaktor. Wer sich nicht alles wieder klauen lassen möchte, muss die eigenen Plättchen schnell genug sammeln, um sie auf die sichere Seite umdrehen zu dürfen. Es stellt sich also immer wieder die Frage: Schnell auf Masse sammeln? Oder gezielt auf Siegpunkte setzen?

 

 

Mistkäfer‘ ist ein Würfelspiel. Mit viiiiiielen Würfeln. Aus einem Haufen Würfel darf man sich, wenn man dran ist, bis zu vier von einer Farbe wählen und damit in mehrmaligem Versuch so viele gleichwertige Ergebnisse wie möglich sammeln. Diese Platziert man auf dem eigenen Tableau. Wirft man in der Folgerunde mit der selben Farbe nochmals und erzielt dabei einen höheren Wert, so darf man diesen anbauen. Überschreitet man dabei Sonderfelder, so schalten sich damit begünstigende Aktionen für einen frei. Ist man dran, darf man jeweils wählen zwischen Würfeln und weiter Auffüllen des Tableaus oder Werten. Eine Wertung bringt Siegpunkte, man geht dabei aber komplett sämtlicher Würfel verlustig, die wieder in der Tischmitte landen. Worüber vermutlich alle anderen froh sind – denn schnell setzt eine gewisse Würfelverknappung ein, was immer geringere Chancen bedeutet. Ein Spiel mit eher gedeckten Farben im Design, mit ruhigem Spielverlauf und leichtem Strategiefaktor.

 

Die ‘Kullerhexe‘ muss hin und her über den Spielplan rutschen, um möglichst schnell, möglichst viele Gegenstände zu sammeln. Dabei spielen je zwei Kinder im Team, die sich gegenüber sitzen. Welche Gegenstände zu sammeln sind, ergibt sich aus den schnell hintereinander aufgedeckten runden Gegenstandskarten. Der Zeitdruck hingegen aus der parallel laufenden Sanduhr – auf die das gegnerische Team achtet. Schwierig wird das Ganze dadurch, dass Bäume im Wege stehen, die der Hexe den Hut vom Kopf fegen können. Und in ein Bodenloch rutschen und damit gefangen werden sollte sie auch nicht – denn dann sind jeweils die Anderen dran. Gesammelte Gegenstände bringen Punktechips, die man im Boden versenken darf. Der Boden lagert während des Spielens auf Schaumstoffblöcken im Inneren der Schachtel, so dass die Kinder sich absprechen und ihre Bewegungen etwas koordinieren müssen. Ein Geschicklichkeitsspiel auf Tempo also, bei dem zusätzlich die Spannung auf das eigene Gruppenergebnis steigt, weil man erst am Ende den Boden abhebt, um zu sehen, wie viele Chips man wirklich sammeln konnte.

 

 

Fred im Beet‘ ist ein Maulwurf, der Blumen pflanzt. Ein Farbwürfel bestimmt dabei reihum, welche Farbe genommen und gepflanzt werden darf. Würfel ich also beispielsweise blau, so benenne ich das, was ich haben möchte und sage: “Ich pflanze eine blaue Kornblume.” Ein Lernspiel für die Kleinen also, das mit hübscher Optik punktet. Der Rundenmechanismus ergibt sich dadurch, dass die Maulwurfsfigur immer dann einen Schritt vorziehen darf bis zu seinem Hügel, wenn er erwürfelt wird.

 

 

 

Bei ‘Theo Teichhüpfer‘ geht es darum, den eigenen kleinen Holzfrosch per Katapult in den Teich, also in eines der großen Schachtellöcher, fliegen zu lassen. Gelingt das, so darf ich mir einen Bildchip aussuchen und diesen in mein Tableau einsetzen. Habe ich als erster die Ausstanzungen gefüllt, so habe ich gewonnen. Selbstverständlich ist es nicht ganz so einfach, zu treffen, wie die überheblichen Erwachsenen immer denken. ^

 

 

 

Wo ist Benjamin?‘ stellt quasi die Solovariante des Versteckspiels dar. Für die ganz Kleinen. Mit Symbolkarten. Und technischem Item in Form eines Plastikbenjamins. Diesen versteckt man eingeschaltet, so dass er alle Nase lang Dinge ruft wie “Törööö!” oder “Finde mich!” Die Hinweiskarten mit den Symbolen sollen dabei als Starthilfe beim Suchen dienen. Wie man vermutlich unschwer erkennen kann, bin ich etwas skeptisch und bevorzuge ganz klar die klassische Mehrpersonen-Variante des Versteckspiels.

 

 

 

 

 

Kakerlaken Duell‘ ist wohl das erste Brettspiel aus der Kakerlaken-Reihe des Verlages? Die Grafik und Farbgebung sind wieder einmal ebenso exzellent, wie die Qualität der schweren und sehr schönen Spielsteine. Die Regeln sind supersimpel, so dass man sofort loslegen kann. Allerdings handelt es sich um ein Bluff-Spiel für zwei Personen, was bedeutet, dass man ähnliche Spielprinzipien mögen sollte, ehe man hier zugreift. In der Mitte des Spielplans starten vier Kakerlaken,  die man möglichst auf die eigene Ziellinie zu sich ziehen will. Dazu gilt es, den Gegenspieler zu durchschauen, welcher auf seiner Ziellinie verdeckt drei grüne Richtig-Steine und einen roten Falsch-Stein arrangiert. Nacheinander entscheide ich mich nun für drei der Kakerlaken, deute auf sie und bewirke damit, dass mein Gegenspieler den dazugehörigen Stein wenden muss. Liege ich richtig und grün wird aufgedeckt, wandert die Kakerlake ein Feld in meine Richtung. Liege ich falsch, so wandert sie ein Feld fort. Spielt man mit der Königskakerlake, so geht diese sogar zwei Schritte. Was eben doppelt gut oder doppelt ungünstig sein kann.

 

Bei ‘111 – my Rummy‘ geht es darum, die Handkarten, die man zu Beginn zugeteilt bekommt, als erster in eine konsequent auf- oder absteigende Reihenfolge zu bringen – OHNE sie dafür umzusortieren! Bedienen darf ich mich dabei lediglich des fortlaufenden Austauschprozesses mit der offenliegenden Auslage in der Mitte. Reihum darf je eine Karte getauscht werden, indem ich sie aufnehme und eine der genau anliegenden Handkarten stattdessen ablege.

 

VooDoo Prince‘ ist ein Stichspiel, bei dem es nicht um irgendwelche Ansagen geht, sondern einzig darum, die richtige Anzahl an Stichen zum richtigen Zeitpunkt im Vergleich zu den Mitspielern zu erzielen. Denn nur wer als Vorletzter die maximale Anzahl erreicht, bekommt auch wirklich die maximale Punktzahl. Die Karten sind nett anzusehen, die Farben angenehm kontrastreich, was bei vielen Spielen – gerade im Schummerlicht – ja nicht selbstverständlich ist.

 

Bibi & Tina – Towuhabohu Total‘ Ein Spiel zum vierten Film. Und wo die Filmvorlage bereits zumindest fragwürdig klischeebehaftet daherzukommen scheint, was durch die Auswahl der Kartengrafiken noch ungünstig unterstrichen wird, ist der Spielmechanismus bestenfalls als undurchsichtig zu bezeichnen. Ziel ist es, als Gruppe am Ende mehr Häuserabbildungen gesammelt zu haben, als Fernglasabbildungen. Währenddessen werden mittig die ausliegenden Bösewichtkarten aufgedeckt, mit denen die grausame ausländische Familie näherrückt, um ihre geflohene Tochter wieder einzufangen. Währenddessen… äh… tja… man muss verdeckt Karten vom Nachziehstapel ziehen und sie gegen die verdeckt ausliegenden eigenen Karten tauschen. Am Anfang durfte man zwei davon ansehen. Da weiß man, welche sich zu sammeln oder abzuwerfen lohnen würden. Aber danach ist das ziemlich willkürlich und nicht unbedingt nachvollziehbar. Bestimmte Karten behindern andere Karten. Und eigentlich soll man untereinander reden, um sich gute Karten zuzuschieben. Aber ohne zu wissen welche… naja. Und dann sind die Karten auch noch aussergewöhnlich… schlicht. Sehr sparsam designed. Hellbraune Fläche mit Simpelicons für Häuser/Ferngläser, (keine guten) Fotos aus dem Film und rudimentäre Beschriftung, wie aus einem Konzeptentwurf.
 

DOG‘… der Klassiker! Die schweizer Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Variante, die man anhand von Karten, statt mit Würfeln spielt. Mehr muss ich dazu eigentlich nicht mehr sagen, richtig?